Bombardier will in Deutschland bis zu 2200 weitere Stellen abbauen

Bombardier

Der kanadische Bahntechnik-Hersteller Bombardier will in Deutschland in den kommenden Jahren bis zu 2200 Stellen abbauen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag am Standort im brandenburgischen Hennigsdorf bei Berlin mit. Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter einigten sich demnach auf Grundzüge für die Neuausrichtung und Sicherung der deutschen Standorte des Unternehmens.

Der Aufsichtsratschef von Bombardier in Deutschland, Wolfgang Tölsner, hob hervor, dass "alle deutschen Standorte erhalten bleiben". Zudem seien Zukunftsinvestitionen von bis zu 70 Millionen Euro vorgesehen. "Es wurde heute einvernehmlich ein überzeugendes inhaltliches Konzept akzeptiert, das die Weichen für mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Bombardier in Deutschland stellt", erklärte Tölsner.

Standorte hat das Unternehmen in Deutschland in Bautzen, Hennigsdorf, Kassel, Mannheim und Siegen. "Das heute vorgelegte Konzept zeigt Wege auf, wie technologische Kompetenz, ökonomische Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung in Einklang gebracht werden können", erklärte der Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen der Gewerkschaft IG Metall, Olivier Höbel.

Die IG Metall wies auch darauf hin, dass zuvor der Abbau von 5000 Arbeitsplätzen im Gespräch gewesen sei. Allerdings hatte Bombardier auch 2016 bereits 1430 Stellen gestrichen. Von "guten Signalen im Vergleich zur Ausgangslage" sprach denn auch der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Matthias Machnig. Jetzt müsse es darum gehen, den Eisenbahnstandort Deutschland zukunftsfähig zu machen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach in Potsdam von einem "Teilerfolg". Positiv sei, dass Hennigsdorf als "Standort für hochwertige Bahntechnologie" erhalten bleibe und dass Bombardier betriebsbedingte Kündigungen bis 2019 ausgeschlossen habe. Es sei jedoch "bitter", dass die Produktion von Großserien in Hennigsdorf eingestellt werde.