Bolsonaro erneut wegen Verdachts auf Darmverschluss ins Krankenhaus eingeliefert

Jair Bolsonaro (AFP/EVARISTO SA)

Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro ist am Montagmorgen erneut wegen eines möglichen Darmverschlusses ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 66-Jährige veröffentlichte auf Twitter ein Bild von sich in seinem Krankenhausbett und teilte mit, dass ihm eine "mögliche Operation in der Bauchregion" bevorstehe. Bolsonaro befand sich im Urlaub in Santa Catarina und war wegen Bauchschmerzen mit dem Präsidentenflugzeug ins Krankenhaus Vila Nova Star in São Paulo gebracht worden.

"Er ist stabil, befindet sich in Behandlung und wird im Laufe des Vormittags erneut untersucht", erklärten seine Ärzte. Im Moment gebe es keine Prognose für seine Entlassung.

"Ich begann mich am Sonntag nach dem Mittagessen unwohl zu fühlen. Ich kam heute um 03.00 Uhr morgens im Krankenhaus an", schrieb Bolsonaro im Online-Dienst Twitter. Ihm sei eine Sonde zur Nahrungsaufnahme gelegt worden.

Bolsonaros Büro erklärte, es gehe dem Staatschef "gut". Auf Aufnahmen des Senders TV Globo war zu sehen, wie Bolsonaro ohne fremde Hilfe aus dem Präsidentenflugzeug aussteigt.

Der Arzt Antonio Luiz Macedo, der Bolsonaro bereits bei anderen Gelegenheiten behandelt hatte, sagte dem Nachrichtenportal "UOL", der Präsident werde sich mehreren Tests unterziehen, darunter einer Computertomographie, um den möglichen Darmverschluss zu untersuchen. Bolsonaro war bereits Mitte Juli wegen eines Darmverschlusses behandelt worden. Damals verbrachte er vier Tage im Krankenhaus.

Bolsonaro war während des Präsidentschaftswahlkampfs 2018 attackiert und mit einem Messer in den Bauch gestochen worden. Aufgrund der Stichwunde musste er sich mindestens vier Operationen unterziehen, die ihn anfälliger für Darmerkrankungen machten.

Rund neun Monate vor der Präsidentschaftswahl sind Bolsonaros Zustimmungswerte auf einem historischen Tiefstand. Er liegt derzeit weit hinter dem wahrscheinlichen Spitzenkandidaten der Linken, Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2010). Jüngsten Umfragen zufolge könnte er die Wahl in der ersten Runde gewinnen.

Mit seiner polarisierenden Art hat Bolsonaro in der politischen Mitte und im Unternehmenssektor entscheidende Unterstützung verloren. Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas ist unter ihm in die Rezession abgerutscht.

mkü/bfi

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.