Bolsonaro sichert bei Klimagipfel Ende der Abholzung bis 2030 zu

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Der international unter Druck geratene brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro hat Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel und zum Erhalt des Amazonasgebiets versprochen. Brasilien werde die illegale Abholzung bis 2030 beenden, sagte Bolsonaro beim virtuellen Klimagipfel auf Einladung von US-Präsident Joe Biden am Donnerstag. Damit würde es seine Emissionen bis zu diesem Datum um 50 Prozent verringern.

Bolsonaro forderte aber für die "Umweltdienste", die Brasilien dem Planeten leiste, eine "gerechte Entlohnung". Brasilien besteht für Anstrengungen beim Regenwaldschutz auf finanzielle Mittel vorab, die USA wollen zuerst Ergebnisse sehen. Umweltminister Ricardo Salles hatte als Preis dafür, die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet in einem Jahr um 40 Prozent zu reduzieren, zuletzt eine Milliarde Dollar genannt.

Das südamerikanische Land verfügt mit einem Anteil in der Größe Westeuropas über einen großen Teil des Amazonasgebiets, das als CO2-Speicher gilt. Brasilien hat somit eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz.

Präsident Bolsonaro war wegen der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet 2019 in die Kritik geraten. Ihm wird vorgeworfen, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer immer mehr zur Landnahme für landwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Zugleich sind Umweltbehörden geschwächt sowie Kontrolle und Überwachung zuletzt quasi gestoppt worden.

Während Bolsonaro auch als "Tropen-Trump" bezeichnet wurde, wird erwartet, dass seine Regierung von Biden vor allem in der Umwelt- und Klimapolitik Gegenwind bekommen würde. Im Falle einer weiteren Zerstörung des Amazonasgebiets hatte Biden während des US-Wahlkampfs "erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen" angekündigt.