Bolsonaro nennt Tod, Haft oder Wahlsieg als seine Zukunftsalternativen

·Lesedauer: 2 Min.
Brasiliens rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro. (Bild: Reuters)
Brasiliens rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro. (Bild: Reuters)

Brasiliens umstrittener rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro sieht in seiner Wiederwahl kommendes Jahr offenbar eine existentielle Notwendigkeit, um sich vor juristischer Verfolgung zu schützen. "Ich habe für meine Zukunft drei Alternativen", sagte Bolsonaro am Samstag bei einem Treffen mit evangelikalen Christen im zentralbrasilianischen Goiania. "Ins Gefängnis zu kommen, tot zu sein oder siegreich."

"Ich tue, was nötig ist, und ich schulde niemandem etwas"

"Sie können sich sicher sein, dass die erste Alternative nicht existiert", fügte der Präsident hinzu. "Ich tue, was nötig ist, und ich schulde niemandem etwas." Örtlichen Medien zufolge will Bolsonaro bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr erneut kandidieren.

Brasiliens Oberster Gerichtshof hat mehrere Ermittlungen gegen Bolsonaro eingeleitet. Anfang August ordnete sein Richter Alexandre de Moraes Ermittlungen gegen den Staatschef wegen "Anstiftung zu einem Verbrechen" und "Verleumdung" an.

Bolsonaro übte am Samstag erneut Kritik am Obersten Gerichtshof sowie am Obersten Wahlgericht. "Niemand auf Erden wird mich einschüchtern", versicherte er. Am Mittwoch war Bolsonaro mit der Forderung gescheitert, de Moraes, der sowohl dem Obersten Gerichtshof als auch dem Obersten Wahlgericht angehört, abzusetzen. Hintergrund sind Vorwürfe des Präsidenten, das seit 1996 genutzte elektronische Wahlsystem in Brasilien sei nicht rechtens.

Brasilien: Bolsonaro fordert Amtsenthebung von Verfassungsrichter

Bolsonaro ist unter anderem umstritten, weil er die Gefahren durch das Coronavirus immer wieder herunterspielte. Bei seinem Besuch in Goiania trat er laut Bildern aus Online-Netzwerken erneut ohne Maske vor eine Menschenmenge. Er appellierte an die Evangelikalen, die entscheidenden Anteil an seinem Wahlsieg 2018 hatten, am 7. September an Kundgebungen zu seiner Unterstützung teilzunehmen.

Vor seiner Reise nach Goiania, der Hauptstadt des Bundesstaates Goiás, hatte Bolsonaro die Brasilianer am Freitag aufgerufen, sich zu bewaffnen. "Alle müssen ein Gewehr kaufen. Ein bewaffnetes Volk wird niemals unterworfen", sagte er. Zu Einwänden, wegen der Inflation im Land könnten sich viele keine Waffe leisten, sagte Bolsonaro: "Ein Idiot könnte sagen 'man muss Bohnen kaufen'. Mein Lieber, wenn Du kein Gewehr kaufen willst, stör nicht diejenigen, die eins kaufen wollen."

VIDEO: Brasilien: Massenproteste gegen Präsident Bolsonaro

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.