Bollywood-Star Salman Khan wegen Wilderei zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt

1 / 2
Salman Khan am Donnerstag vor dem Gericht in Jodhpur

Schlechte Nachrichten für den "Bad Boy" von Bollywood: Der indische Filmstar Salman Khan ist am Donnerstag wegen der Jagd auf eine seltene Antilopenart zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach der Verhandlung in Jodhpur wurde der 52-Jährige in ein Gefängnis gebracht. Seine Anwälte kündigten für Freitag Berufung an, so dass die Haftstrafe ausgesetzt werden müsste. Khan ist einer der erfolgreichsten Schauspieler Indiens.

Wegen Wilderei müsse Khan für fünf Jahre ins Gefängnis und 10.000 Rupien (125 Euro) Strafe zahlen, sagte Staatsanwalt Mahipal Bishnoi in Jodhpur im nordindischen Bundesstaat Rajasthan. Der Filmstar soll 1998 bei einem Jagdausflug eine geschützte Hirschziegenantilope getötet haben. Für ein solches Vergehen sind Strafen zwischen einem und sechs Jahren Haft vorgesehen.

Die Bollywood-Stars Saif Ali Khan, Sonali Bendre, Tabu und Neelam Kothari wurden in dem Prozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen, wie der Staatsanwalt mitteilte. Auch ihnen war vorgeworfen worden, sich an dem Jagdausflug in Rajasthan beteiligt zu haben.

Salman Khan hatte in dem Prozess auf nicht schuldig plädiert. Seine Anwälte hatten argumentiert, die Hirschziegenantilope sei eines natürlichen Todes gestorben. Es gebe keine Belege dafür, dass sie abgeschossen worden sei.

Nach dem Urteilsspruch wurde Khan in Polizeigewahrsam genommen und ins Gefängnis gefahren. Vor dem Gericht in Jodhpur waren hunderte Polizisten im Einsatz, um zahlreiche Fans von Salman Khan auf Abstand zu halten.

Khans Verteidiger kündigten an, am Freitag Berufung gegen das Urteil einzulegen. In einem solchen Fall muss die Haftstrafe ausgesetzt werden. Bis zu einer abschließenden Entscheidung könnten im indischen Rechtssystem Jahre vergehen.

Khan sei "zu Unrecht" verurteilt worden, sagte sein Anwalt Mahesh Bora vor Journalisten. Ein Großteil der vor Gericht präsentierten Beweise seien nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Der Rechtsstreit um die Gazellenjagd läuft schon seit Jahren. Khan musste bereits für eine sehr kurze Zeit ins Gefängnis, kam aber 2016 aufgrund einer Berufungsentscheidung wieder frei. Vergangenes Jahr wurde er wegen des Einsatzes nicht genehmigter Waffen während des Jagdausflugs freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft ging allerdings in Berufung, so dass der Fall an eine höhere Instanz verwiesen wurde.

Khan ist ohnehin als "Bad Boy" von Bollywood bekannt. 2015 war er von dem Vorwurf freigesprochen worden, bei einem Unfall mit Fahrerflucht in Mumbai einen Obdachlosen getötet zu haben. Diese Gerichtsentscheidung muss noch von Indiens Oberstem Gerichtshof überprüft werden.

Überdies wurde Khan ein Übergriff auf eine frühere Miss World vorgeworfen. 2016 provozierte er einen Aufschrei mit seiner Äußerung, nach seinem harten Training für einen Film habe er sich "wie eine vergewaltigte Frau" gefühlt.

Khan zählt nichtsdestotrotz zu den meistbeschäftigten Schauspielern von Bollywood und hat durch seine Macho-Filmrollen Kultstatus erlangt. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Forbes" verdiente der muskelbepackte Darsteller 2017 insgesamt 37 Millionen Dollar (30 Millionen Euro) und landete damit im Bollywood-Ranking hinter Superstar Shah Rukh Khan auf Platz zwei. Damit gehörte Salman Khan auch zu den bestbezahlten Schauspielern weltweit.

Laut Film-Experte Komal Nahta wird Khans Verurteilung dessen Karriere kaum schaden. "Er ist ein Superstar, dessen Filme hohe Einnahmen an der Kinokasse garantieren", sagte Nahta der Nachrichtenagentur AFP. Eine längere Inhaftierung Khans könne einige Filmprojekte zwar verzögern, die Investitionen in diese Filme gingen aber nicht verloren.