Nach Coup gegen Weltmeister: Boll verliert deutsches Finale

Timo Boll greift nach dem Turniersieg in Lüttich

Dimtirij Ovtcharov hat beim Tischtennis-Weltcup in Lüttich das deutsche Finale gegen Rekord-Europameister Timo Boll gewonnen und sich zum ersten Mal den Sieg gesichert.

Der 29 Jahre alte zweimalige Europameister bezwang im ersten deutschen Endspiel in der Geschichte des renommierten Wettbewerbs seinen Nationalmannschaftskollegen mit 4:2 (10:12, 11:8, 11:7, 9:11, 11:7, 11:2).

"Das fühlt sich unwirklich an. Ich habe es mir nicht vorstellen können, meinen Namen einmal auf dieser Trophäe zu sehen", sagte Ovtcharov: "Timo hat unglaublich gespielt in diesem Turnier. Er hätte den Sieg ebenso verdient gehabt wie ich."

Boll hatte den Weltcup 2002 und 2005 gewonnen, zudem war er 2008 und 2012 Zweiter. Ovtcharov belegte 2013 und 2015 Platz drei. Es war das erste Mal seit 1999, dass kein Chinese im Finale des Weltcups stand.

"Es ist schon ein wenig bitter, wenn man zwei Chinesen schlägt und dann den Titel am Ende doch nicht holt", sagte Boll. Er zog dennoch ein positives Fazit: "Seit der WM und dem Spiel gegen Ma Long weiß ich erstmals so richtig seit meiner damaligen Knieverletzung, dass ich wieder auf einem sehr hohen Niveau angelangt bin und gegen jeden mithalten kann."

Im Halbfinale hatte sich Boll überraschend nach 1:3-Satzrückstand noch 4:3 (6:11, 9:11, 11:9, 9:11, 11:7, 11:5, 12:10) gegen den Weltmeister und Olympiasieger Ma Long (China) durchgesetzt.

Der zweimalige Europameister Ovtcharov gewann gegen den Franzosen Simon Gauzy 4:3 (6:11, 11:2, 11:8, 10:12, 7:11, 11:4, 11:8) und machte damit das erste deutsche Finale des Weltcups perfekt.