Medaille? Das erwartet Boll von Olympia

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Medaille? Das erwartet Boll von Olympia
Medaille? Das erwartet Boll von Olympia

Trotz ihres goldenen EM-Rekordergebnisses und günstigen Setzungen halten die deutschen Tischtennis-Asse Medaillen bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) für keine Selbstläufer.

"Zahlen und Statistiken gewinnen keine Medaillen", mahnte Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf am Medientag der Tokio-Teams des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) um Rekordeuropameister Timo Boll in Düsseldorf.

Auch DTTB-Sportdirektor Richard Prause lehnte eine Vorgabe ab. "Die Grundvoraussetzungen sind gut für uns, und man kann natürlich auch offensive Ansprüche formulieren, aber wir ziehen eine normale Zielsetzung vor. Für uns heißt das: Wir wollen um Medaillen spielen."

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Die Chancen auf die vierten Sommerspiele in Folge mit wenigstens einer Podestplatzierung sind tatsächlich gut. (NEWS: Alles zu den Olympischen Spielen)

Nur Weltmeister China ist in Tokio vor Roßkopfs Herren-Team mit den drei Top-20-Spielern Boll (Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) und Patrick Franziska (Saarbrücken) gesetzt, die DTTB-Damen mit Europameisterin Petrissa Solja (Langstadt) an der Spitze nehmen in der olympischen Setzliste Position drei ein.

Boll und Ovtcharov sind außerdem im Einzel ebenso von Platz fünf bis acht eingestuft wie die WM-Dritten Franziska/Solja im Mixed. Von den im Tischtennis übermächtigen Chinesen sind darüber hinaus in den Individual-Wettbewerben nur zwei Aktive im Einzel und ein Mixed erlaubt.

Roßkopf will seine Warnung denn auch gar nicht als Understatement verstanden wissen.

"Natürlich wollen wir Medaillen gewinnen, aber erst müssen wir die ersten Runden spielen und auch überstehen, was bei Olympia schwer sein kann. Wenn es dann aber so weit ist, werden wir bereit sein, denn wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte der frühere Doppel-Weltmeister selbstbewusst.

Sein Star Boll, der Ende Juni in Warschau mit 40 Jahren zum achten Mal EM-Gold im Einzel gewonnen hatte, ließ unterdessen seinen Abschied von der olympischen Bühne nach Tokio erneut offen.

"Es sind wahrscheinlich meine letzten Spiele", meinte der Fahnenträger des deutschen Olympia-Teams von 2016 in Rio de Janeiro vor seinen sechsten Sommerspielen zwar, fügte aber unmittelbar daran anschließend hinzu: "Man soll niemals nie sagen. Die Qualifikation für Paris 2024 ist ja jetzt schon in zwei Jahren, das ist nicht mehr so lange bis dahin - und wenn mein Körper noch mitmacht und ich das Niveau noch habe: Warum nicht?"

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