Bolivien feiert das Jahr 5.530 nach dem Aymara-Kalender

Bolivien feiert das Jahr 5.530 nach dem Aymara-Kalender

In Bolivien haben die Menschen das neue Jahr 5.530 nach dem Aymara-Kalender begrüßt. Sie feierten das Neujahrsfest in der Prä-Inka-Stätte Tiwanaku und riefen zu Harmonie und Einheit auf.

Die Stätte in der Nähe der Hauptstadt La Paz ist das Zentrum eines Neujahrsfestes, das die Rückkehr der Sonne nach der Wintersonnenwende auf der südlichen Hemisphäre markiert. Obwohl es eine der kältesten Nächte des Jahres war, kamen Dutzende von Menschen, vor allem junge Leute, nach Tiwanaku.

Die Menschen warteten auf die ersten Sonnenstrahlen, trugen Schals, Wollmützen und Ponchos und tranken sogar alkoholische Getränke, um die Kälte und Müdigkeit zu bekämpfen. In der Zwischenzeit begannen die einheimischen Priester damit, die Opfergaben für Mutter Erde ("Pachamama") vorzubereiten, um mit den zeremoniellen Handlungen zu beginnen. Willkakuti oder die "Rückkehr der Sonne" in Aymara markiert auch das Ende der Erntezeit und den Beginn eines neuen landwirtschaftlichen Zyklus.

Auch der bolivianische Präsident Luis Arce und der ehemalige Präsident Evo Morales nahmen an den Feierlichkeiten teil. Die Beiden nahmen auch an den Opfergaben für die Pachamama oder Mutter Erde teil. Der Tradition nach wird ein Lagerfeuer gemacht, in das dann Räucherstäbchen und bunte Figuren gelegt werden, die Bitten an die Sonne darstellten, begleitet von einem "sullu" oder einem ausgestopften Lama-Fötus.

Inmitten der Rituale der Ahnen war die Morgendämmerung bereits in Sicht, und die Anwesenden begannen, ihre Wollhandschuhe auszuziehen und ihre Hände zu heben, damit ihre Handflächen mit der neuen Energie des neuen Jahres 5530 gefüllt werden konnten.

"Ein neues Jahr, das uns allen immer Hoffnung gibt, ein neues Jahr, in dem es gute Vorzeichen gibt, in dem wir wissen, dass es eine neue Ernte und eine gute Aussaat geben wird", so Arce in seiner Rede. "Dieses neue Jahr bedeutet mehr und mehr Brüderlichkeit, mehr Harmonie, mehr Einheit zwischen uns allen", betonte er.

Morales seinerseits bat in einer späteren Nachricht auf seinem Twitter-Account darum, "dass die Strahlen der Sonne unseren Weg erhellen, Happy Willka Kuti".

Am Ende der Zeremonie applaudierten alle, um diesen neuen Zyklus zu feiern, und dann tanzten einige Indigene zu den Klängen indigener Musik, mit Trommeln und Quenas, einer "Andenflöte", als Teil der Feierlichkeiten.

Diese Art von Zeremonie wurde im ganzen Land nachgeahmt. Man konnte von verschiedenen Punkten oder "Apachetas" - heiligen Orten - an dem Fest teilnehemen. In diesem Jahr wurden in ganz Bolivien mindestens 222 Zeremonienplätze eingerichtet.

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