Boeing will sich 25 Milliarden Dollar über Anleihen sichern

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Der von der Corona-Krise stark betroffene US-Flugzeugbauer Boeing will sich über Anleihen 25 Milliarden Dollar (rund 22,8 Milliarden Euro) sichern und zunächst keine staatlichen Hilfsgelder beantragen. Die Nachfrage nach den Anleihen sei groß, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Konzern plane derzeit nicht, "zusätzliche Finanzmittel über die Kapitalmärkte oder die US-Regierung" einzutreiben.

Das Anleiheangebot ende voraussichtlich am Montag. Das Angebot umfasst demnach sieben Anleihetranchen mit Laufzeiten von drei bis 40 Jahren. Angaben zu den Zinsen machte der Konzern nicht.

Der Konzern hatte am Mittwoch einen Quartalsverlust von 641 Millionen Dollar gemeldet. Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal des Jahres um 26 Prozent auf 16,91 Milliarden Dollar. In den ersten drei Monaten 2019 hatte Boeing noch einen Gewinn von mehr als zwei Milliarden Dollar eingefahren und knapp 23 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Konzernchef David Calhoun bestätigte zudem die geplante Streichung von zehn Prozent der Arbeitsplätze.

Der Konzern mit Sitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington beschäftigt weltweit 160.000 Mitarbeiter, davon allein 70.000 in Washington, wo die meisten Flugzeuge gebaut werden. Neben Passagierflugzeugen baut Boeing auch Militärmaschinen und Weltraumtechnologie.

Die Coronavirus-Pandemie trifft die Luftfahrtbranche schwer, der Flugverkehr ist weltweit massiv zurückgegangen. Calhoun schrieb am Mittwoch, bis zu einer Rückkehr zum Flugaufkommen der Zeit vor der Corona-Krise würden noch Jahre vergehen.

Boeing war schon vor der Coronavirus-Pandemie wegen der Sicherheitsprobleme bei der Boeing 737 MAX in eine schwere Krise gerutscht. Nach zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs mit insgesamt 346 Todesopfern wurde vor mehr als einem Jahr ein weltweites Flugverbot verhängt. Unklar ist, wann die Maschinen wieder starten können.