Statt Ossendorf: Bühnen der Stadt Köln wollen auf das WDR-Gelände nach Bocklemünd

Das Grundstück in Ossendorf ist allerdings als besser geeignet bewertet worden.

Die städtischen Bühnen wollen ihre neuen Werkstätten auch weiterhin auf dem WDR-Produktionsgelände in Bocklemünd bauen, obwohl ein alternativer Standort in Ossendorf laut einer Untersuchung deutlich besser geeignet wäre.

Während das WDR-Grundstück bei einer Bewertung der Stadtverwaltung lediglich 7,5 Punkte erreichte, schnitt ein 12.500 Quadratmeter großes Grundstück an der Hugo-Eckener-Straße mit dem Wert 8,3 ab.

Das bessere Ergebnis kommt unter anderem aufgrund geringerer Grundstückskosten und einer kürzeren Fahrzeit zwischen Opernareal am Offenbachplatz und dem Areal in Ossendorf zustande. Das spielt eine wichtige Rolle, weil in den Werkstätten Kulissen hergestellt werden sollen, die mit Lastwagen zu den Spielstätten transportiert werden müssen.

Grundstück in Bocklemünd kann nur in Erbpacht bebaut werden

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das Gelände an der Hugo-Eckener-Straße bereits der Stadt gehört, während das 10.000 Quadratmeter große Grundstück in Bocklemünd vom WDR lediglich in Erbpacht bebaut werden kann. Das wirkt sich auch auf die Kosten aus.

So ist die Realisierung eines Neubaus durch die Bühnen selbst auf eigenem Grundstück laut eines von der Stadt beauftragten Wirtschaftsprüfers das unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorteilhafteste Modell.

Die Variante, ein Erbpachtgrundstück zu bebauen – wie es beim WDR-Gelände der Fall wäre – schneidet in der Bewertung hingegen schlechter ab. Insgesamt wurden auf Wunsch der Ratspolitiker 22 Standorte geprüft.

Dass die städtischen Bühnen trotz der Fakten den WDR-Standort bevorzugen, begründet der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger mit Synergieeffekten, die durch eine Kooperation mit dem Sender entstehen sollen. Das erstreckt sich allerdings im Wesentlichen auf die gemeinsame Nutzung einiger weniger Maschinen und der Kantine.

Statische Probleme machen Neubau notwendig

Ursprünglich wollten die städtischen Bühnen als Ersatz für ihre zu kleinen – und nach eigener Aussage maroden – Werkstätten an der Oskar-Jäger-Straße in Ehrenfeld zwei Hallen auf dem WDR-Areal mieten. Das sollte pro Jahr 320.000 Euro kosten, was bei einer Vertragslaufzeit von 15 Jahren insgesamt Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro bedeutet hätte.

Die Bühnen ließen die Statik der Hallen allerdings erst im Nachhinein überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass die Gebäude die erforderlichen schweren Werkstattkräne überhaupt nicht halten können. Das wiederum machte die Überlegungen eines Neubaus nötig. Nach ersten Berechnungen soll dieser mindestens 18,5 Millionen Euro kosten – dieser Betrag könnte aber auch noch um 35 Prozent nach oben und unten schwanken.

Die Ratspolitiker werden das Thema zunächst im Betriebsausschuss Bühnen am 12. September diskutieren, der Rat wird am 28. September eine endgültige Entscheidung treffen. Die Grünen haben sich bereits frühzeitig für das Grundstück auf dem WDR-Gelände stark gemacht.

CDU, SPD und FDP zeigten sich hingegen skeptisch und forderten die Suche nach Alternativstandorten. Jetzt muss sich zeigen, ob sie sich von dem in der Vergleichsstudie favorisierte Areal an der Hugo-Eckener-Straße überzeugen lassen oder doch dem Wunsch der Bühnen nach einer Zusammenarbeit mit dem WDR anschließen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta