Bob-WM: Friedrich auf Rekordkurs

SID
·Lesedauer: 2 Min.

Francesco Friedrich liegt im dichten Schneetreiben von Altenberg auf Rekordkurs, und auch die deutschen Bob-Pilotinnen ließen sich von den schwierigen Bedingungen bei der Heim-WM nicht ausbremsen.

Bei der erfolgreichen Titelverteidigung der US-Amerikanerin Kaillie Humphries rasten Kim Kalicki und Laura Nolte zu Silber und Bronze im Zweier-Schlitten.

"Ich bin kein bisschen traurig und voll und ganz zufrieden. Wir haben gezeigt, was wir können. Kaillie ist halt einfach stark, wir freuen uns jetzt einfach. Wir haben Silber gewonnen und nicht Gold verloren", sagte Kalicki, die ihr Ergebnis aus dem Vorjahr wiederholte.

Junioren-Weltmeisterin Nolte vergoss nach ihrer ersten Medaille bei einer Senioren-WM sogar ein paar Tränen: "Ich bin so froh, wirklich", sagte die 22-Jährige.

Bob: Friedrich auf Rekordkurs

Stephanie Schneider rundete mit Leonie Fiebig das gute deutsche Teamergebnis beim Saisonhöhepunkt als Vierte ab, Olympiasiegerin Mariama Jamanka folgte mit Vanessa Mark auf dem sechsten Platz.

Bei schwierigen Wetterbedingungen in Altenberg versuchte Kalicki mit Anschieberin Ann-Christin Strack die zur Halbzeit führende Humphries in den beiden abschließenden Läufen zu attackieren.

Das gelang nicht mehr: Der Vorsprung der Olympiasiegerin wuchs sogar noch minimal an und betrug am Ende 35 Hundertstel.

Nolte dominierte mit Anschieberin Deborah Levi zwar erneut am Start, leistete sich auf der 1413 m langen und 17 Kurven umfassenden Bahn im Osterzgebirge aber wie schon am Vortag insgesamt zu viele Fehler, um die vor ihr platzierten Pilotinnen noch abfangen zu können.

Schneider fehlten am Ende 18 Hundertstel zum Podium. "Zwei Medaillen sind gut", bilanzierte Bundestrainer Rene Spies zufrieden.

Miese Sichtverhältnisse im Schneetreiben von Altenberg

Zuvor hatte bereits Friedrich bei noch deutlicher schlechteren Sichtverhältnissen seinen historischen zehnten WM-Titel ins Visier genommen. Der Doppel-Olympiasieger liegt zur Halbzeit im Zweier-Rennen souverän an der Spitze - der Vorsprung auf den zweitplatzierten Johannes Lochner beträgt bereits komfortable 0,88 Sekunden.

"Wir sind erstmal zufrieden, dass wir trotz des Wetters ein gutes Polster haben. Das ist nicht unbedingt unser Lieblingswetter. Die Bahn unter dem Schnee ist sehr fest und hart. Morgen geben wir nochmal Gas", sagte Friedrich.

Sollte der Sachse die Führung in den abschließenden beiden Läufen am Sonntag behaupten, würde er zum alleinigen WM-Rekordchampion aufsteigen.

Trotz durchgehenden Schneefalls gelangen dem 30-jährigen Friedrich, der erstmals mit Anschieber Alexander Schüller bei einer WM antritt, im tückischen Eiskanal im Osterzgebirge zwei nahezu fehlerfreie Läufe.

Lochner und Franke mit Fehlern

Vizeweltmeister Lochner hingegen leistete sich mit Eric Franke einige Patzer. "Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Ein Blinder hat gesehen, dass die Fahrten unter aller Sau waren", motzte der Stuttgarter.

Auch Junioren-Weltmeister Hans Peter Hannighofer darf sich bei seinem WM-Debüt mit Christian Röder als Vierter noch Hoffnungen auf Edelmetall machen. Der vierte deutsche Starter Christoph Hafer liegt mit Christian Hammers auf dem siebten Platz.