Boateng kämpft weiter gegen Rassismus: "Werde nicht müde, dagegen etwas zu tun"

Zuletzt rückten wieder vermehrt rassistische Vorfälle in den Fokus der Öffentlichkeit. Kevin-Prince Boateng sieht eine insgesamt negative Entwicklung.

Eintracht Frankfurts Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng hat erneut bekräftigt, sich weiter aktiv im Kampf gegen Rassismus einsetzen zu wollen. "Dieses Thema braucht Zeit und man muss einen Plan ausarbeiten. Ich werde nicht müde, dagegen etwas zu tun", sagte der 30 Jahre alte Profi im Interview mit Sport1.

Den Umgang mit den Spielern Leon Balogun und Anthony Ujah des Bundesligisten Mainz 05, die beim Spiel in Hannover mit Affenlauten beleidigt worden waren, kritisierte Boateng scharf: "Wir müssen dagegen vorgehen. Momentan gibt es für mich keinen Schritt nach vorne", sagte der frühere ghanaische Nationalspieler und bezweifelte, dass die Strafen gegen Fans von Hannover 96 nachhaltige Wirkung hinterlassen: "Es wird jetzt gegen die 96-Fans ermittelt – aber was passiert dann? Sie bekommen eine Strafe und dann ist alles vorbei? Nein, das darf nicht passieren", mahnte Boateng.

Der gebürtige Berliner forderte stattdessen, dass Spiele bei rassistischen Äußerungen abgebrochen werden. "Das ist kein Wunsch. Es ist das, was ich durchsetzen möchte. Ich würde auch als Einzelner vom Platz gehen, wenn ich so etwas höre. Und meine Mannschaft würde mir folgen", sagte Boateng. "Sobald Pyrotechnik abgefeuert wird, wird das Spiel ja auch unterbrochen."

Seinem Frankfurter Trainer Niko Kovac traut Boateng zu, Nachfolger von Jupp Heynckes bei Rekordmeister Bayern München zu werden. "Ich denke, dass er da als Trainertyp perfekt hinpassen würde. Er hat selbst bei Bayern gespielt, hat immer noch gute Beziehungen dorthin. Aber er hat in Frankfurt noch einen Vertrag", sagte er. Der Kontrakt des 46-Jährigen Kovac läuft in Frankfurt noch bis 2019.