Boateng zurück - Eintracht punktet zum Auftakt

Kevin Prince-Boateng (r.) bestritt sein erstes Spiel für die Eintracht

Nach seinem ordentlichen Bundesliga-Comeback ließ sich Kevin-Prince Boateng in der Fankurve feiern.

Die Anhänger von Eintracht Frankfurt bejubelten aber nicht nur ihren neuen Star, sondern die gesamte Mannschaft, die mit dem 0:0 beim SC Freiburg prima in die neue Bundesliga-Saison gestartet war. Schließlich hatten die Hessen in der Vorsaison ihre letzten sieben Auswärtsspiele allesamt verloren.

"Leider haben wir unsere Torchancen nicht genutzt, sonst hätten wir gewonnen. Wir hatten zwei hundertprozentige Möglichkeiten, aber insgesamt haben wir unsere Sache gut gemacht", sagte Boateng zufrieden nach dem Abpfiff bei Sky. Der Ghanaer war in der 67. Minute unter Pfiffen der Freiburger Fans eingewechselt worden.(Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nach nur einer Trainingseinheit mit seinem neuen Klub hatte er in der Schlussphase angedeutet, dass er für Frankfurt eine echte Verstärkung werden kann.

Frankfurt startet stark

Nicht zuletzt wegen seiner Leistung wurde Freiburg seinen "Auftaktfluch" nicht los. Die Breisgauer warten seit 16 Jahren auf einen Sieg am ersten Spieltag. Die über weite Strecken überlegenen Frankfurter verpassten ihrerseits ihren ersten Dreier in Freiburg seit acht Jahren.

"Es war ein schwieriges Spiel. In der zweiten Hälfte ist es besser geworden. Es war ein enges Spiel, vielleicht hatte Frankfurt ein, zwei Torchancen mehr. Ich bin zufrieden mit dem Punkt", meinte Freiburg-Coach Christian Streich.

Sein Gegenüber Niko Kovac war nicht ganz zufrieden: "Es war ein intensives Fußballspiel. Die Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt. Leider haben wir die vielen Torchancen nicht genutzt. Wir hätten als Sieger vom Platz gehen müssen."

Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwaldstadion setzten die Gäste, bei denen Kapitän Alexander Meier, Marco Fabian, Danny Blum, Omar Mascarell und Slobodan Medojevic fehlten, die ersten Ausrufezeichen.

Der Franzose Sebastien Haller prüfte SC-Torwart Alexander Schwolow (11.), wenige Sekunden später trudelte ein Abschluss von Mijat Gacinovic am Freiburger Tor vorbei. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Auch im Anschluss konnte der Frankfurter Trainer Niko Kovac mit seinem agilen Team sehr zufrieden sein. Allerdings hätte der Franzose Simon Falette nach einer Flanke von Gacinovic eigentlich die Führung erzielen müssen - sein Kopfball ging aber am Tor vorbei (16.).

Videobeweis kommt zum Einsatz

Kurz danach kam der Videobeweis zum Einsatz. Ein Tor der Freiburger durch Neuzugang Tim Kleindienst wurde aberkannt, weil Vorlagengeber Florian Niederlechner im Abseits stand (17.). Video-Assistent Wolfgang Stark musste allerdings ohne die "kalibrierten Linien" entscheiden, weil es in der ersten Hälfte erneut technische Probleme gab.


Im Anschluss erarbeiteten sich die Freiburger, die ohne Manuel Gulde, Georg Niedermeier, Jonas Meffert und Karim Guedé auskommen mussten, für kurze Zeit eine Feldüberlegenheit.

Die Mannschaft von Trainer Christian Streich, der unter der Woche seinen Vertrag verlängert hatte, leistete sich aber auch viele Fehler im Spielaufbau.

Kopfball-Chance für Boateng

In der 36. Minute hätte Haller einen solchen Fehler fast ausgenutzt, der Angreifer traf aber nur die Latte. Kurz zuvor hatte Jonathan de Guzman den aufmerksamen Schwolow geprüft (35.). Eine Frankfurter Führung zur Pause wäre verdient gewesen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Hessen die bessere Mannschaft, große Torchancen konnte sich die Eintracht zunächst aber nicht erarbeiten. In der 58. Minute hatte Streich genug gesehen und brachte Edel-Joker Nils Petersen. Neun Minuten später kam auf der anderen Seite Boateng. Kurz darauf sorgte er bereits per Kopf für Gefahr (69.).

"Kommunikation nicht immer einfach"

Rückkehrer Boateng sagte nach dem Spiel über sein neues Team: "Die Mannschaft versucht umzusetzen, was der Trainer uns vorgibt. Die Spieler kommen aus vielen Nationen, die Kommunikation auf dem Platz ist nicht immer einfach. Aber ich denke, auf dem Platz haben wird das heute sehr gut gemacht."

Der gebürtige Berliner und Bruder von Bayerns Jerome Boateng hatte Ende der Woche einen Dreijahresvertrag bei den Hessen unterschrieben. Zuvor hatte er seinen Vertrag beim spanischen Erstligisten UD Las Palmas überraschend aufgelöst.

Für Boateng ist es es die vierte Station in der Bundesliga. Seine Karriere begann der Mittelfeldspieler bei Hertha BSC. Es folgten Stationen bei Borussia Dortmund und Schalke 04, insgesamt absolvierte Boateng bisher 98 Bundesligaspiele.