BNP will nach Deutsche-Bank-Dealabschluss Aktienprimus werden

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(Bloomberg) -- Nach der Integration der Prime-Brokerage-Aktivitäten der Deutsche Bank AG will BNP Paribas SA Europas Platzhirsch im Aktienhandel werden. Das Pariser Kreditinstitut hat am heutigen Mittwoch mitgeteilt, die Übernahme von Technologie, Vermögenswerten sowie rund 900 Mitarbeitern der Deutschen Bank abgeschlossen zu haben.

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Das Aktiengeschäft bei BNP stand lange im Schatten der größeren Konzernsparte für festverzinsliche Wertpapiere. Dies soll sich nun ändern, wie der Chef des Marktbereichs der Bank sagt. “Ich wüsste nicht, warum wir in den nächsten Jahren in Europa nicht der erste Akteur im Aktiengeschäft sein sollten”, erklärt Olivier Osty im Interview mit Bloomberg. “Wir haben alle Karten in der Hand.”

Während zahlreiche europäische Geldhäuser die riskante Welt des Aktienhandels ganz der Wall Street überlassen, hat BNP in den letzten Jahren das Geschäft systematisch ausgebaut. Zusätzlich zu dem Deal mit der Deutschen Bank hat sie auch ihren Partner Exane komplett übernommen.

“Wenn wir in Europa die Nummer eins sind, werden amerikanische Kunden viel mehr mit uns zusammenarbeiten, und wir können möglicherweise den fünften oder sechsten Platz in den USA anvisieren”, sagt Osty. “Die Nummer eins der europäischen Banken in den USA zu sein, ist ein Ziel, das erreichbar, aber auch schwer ist.”

Auch die Hedgefonds-Kunden der Credit Suisse Group AG will die BNP übernehmen. “Ich glaube, dass wir für einen internationalen Kunden, der im Prime-Bereich nicht nur auf US-Akteure setzen möchte, eine gute Alternative zur Credit Suisse sind.” Bereits im Dezember seien einige Prime-Kunden zu BNP gekommen. “Und wir werden zwischen Januar und März noch weitere Kunden bekommen”, so Osty.

Im Prime Brokerage werde es eine Konzentration der Akteure geben, da die Eintrittsbarriere hoch seien. Der Fall Archegos habe gezeigt, so Osty, dass die Risikoüberwachung wichtig ist und sehr anspruchsvolle Plattformen erfordert.

Im Vergleich zur Konkurrenz dürfte BNP in einem kapitalintensiven Geschäft wie dem Prime Brokerage besser positioniert sein, Gewinne zu erzielen. Die riesige Retail-Sparte schafft ebenso einen stetigen Einnahmenstrom wie die Finanzdienstleistungen. Zudem könnten die 16,3 Milliarden Dollar (14,4 Milliarden Euro), die BNP in diesem Jahr aus dem Verkauf seines US-Retailgeschäfts an die Bank of Montreal einnehmen dürfte, dem Konzern das nötige Kapital verschaffen, um an einer weiteren Konsolidierung der Branche teilzunehmen.

An der Börse ging es für BNP am heutigen Mittwoch den dritten Tag in Folge aufwärts. Gegenüber dem Vorabend lagen die Aktien zuletzt 1% im Plus, gegenüber dem Jahresende bedeutet dies einen Kursanstieg von rund 5%.

Überschrift des Artikels im Original:

BNP Eyes Top European Equity Spot After Deutsche Bank Deal Done

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