BNP-Chef Bonnafé wird Banker des Jahres


Der Chef der französischen Großbank BNP Paribas Jean-Laurent Bonnafé ist zum „European Banker of the Year“ gewählt worden. Sein Institut habe „sich als Vorbild für Stabilität und Kontinuität gezeigt“ hebt die Journalistenvereinigung „The Group of 20+1“ hervor, die seit 1994 die Auszeichnung jährlich vergibt. Zu der internationalen Gruppe gehört auch Handelsblatt-Journalist Robert Landgraf.

Der 56-Jährige Bonnafé führt das Geldhaus seit 2011 und hat den größeren Teil seiner Karriere dort verbracht. Nach der von Michel Pébereau eingeleiteten Fusion von BNP und Paribas leitete Bonnafé die Integration der beiden Banken.

Bonnafé sorgte für ein ausgeglichenes Wachstum des Retailgeschäftes wie des Investmentbankings und stellte sein Haus auf die wachsende Bedeutung der Kapitalmärkte bei der Finanzierung großer Unternehmen ein. Dank einer zielstrebigen Expansion in Europa ist BNP Paribas heute eine der größten Banken des Kontinents und eines der wenigen europäischen Institute, die im internationalen Rahmen mit den amerikanischen mithalten können.


Seine härteste Bewährungsprobe musste der Vorstandschef vor drei Jahren bestehen, als sein Geldhaus von den US-Behörden zu einer Rekordbuße von fast acht Milliarden Euro verurteilt wurde, weil es gegen amerikanische Handelssanktionen im Falle von Kuba, Sudan und Iran verstoßen hatte. BNP erholte sich überraschend schnell von dem Rückschlag und erzielte im vergangenen Jahr ein Nettoergebnis von 7,8 Milliarden Euro.

In Deutschland hat die Bank bereits 5000 Mitarbeiter und will verstärkt wachsen, vor allem bei der Begleitung mittlerer und großer deutscher Unternehmen auf den internationalen Markt. Im vergangenen Jahr legte sie hierzulande insgesamt um 13 Prozent zu.

Immer wieder aufkommende Gerüchte über eine Fusion mit der Commerzbank haben sich nicht bestätigt: Grenzüberschreitende Fusionen in Europa sind schwierig und der deutsche Retail-Markt gilt in Frankreich als wenig verlockend.