BMW-Wasserstoffchef Guldner: Brennstoffzelle soll Ergänzung zum E-Auto sein – muss aber günstiger werden

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Jürgen Guldner, Wasserstoff-Chef bei BMW.
Jürgen Guldner, Wasserstoff-Chef bei BMW.

BMWs Wasserstoffchef Jürgen Guldner hat der österreichischen Zeitung „Standard“ ein Interview gegeben und darin einen Einblick in die Strategie des Münchner Autokonzerns im Bereich Brennstoffzelle gewährt. Solche Momente sind selten, BWM gilt als der verschlossenste Autobauer in Deutschland.

Guldner und sein Team bringen nächstes Jahr den X5 i Hydrogen auf den Markt – und arbeiten bereits an der neuen Generation. Der Wasserstoff-Chef spricht offen an, was sich am Brennstoffzellen-Auto verbessern muss, damit es kein Nischen-Produkt bleibt. „Bis dahin müssen wir die Kosten für den Antriebsstrang, die einzelnen Komponenten, mit unserem Kooperationspartner, aber auch mit unseren Zulieferern deutlich reduzieren. Das ist viel Entwicklungsarbeit“, sagt Guldner dem „Standard“.

Außerdem hänge viel von dem Rollout der Wasserstofftankstellen ab, fügt der BMW-Manager hinzu. „Andererseits braucht es für einen Markterfolg auch die richtigen Voraussetzungen für die Kunden, und die hängen stark davon ab, wie sich das Thema Wasserstofftankstellen entwickelt.“

Wasserstoff wird nicht Mainstream

BMW entwickle das gesamte Antriebssystem der Wasserstoffahrzeuge selbst. „Die Zellen liefert uns Toyota. Daraus machen wir den Stack (mehrere Zellen zu einem Stapel zusammengefasst, Anm. d. Red.), haben dafür eine eigene Fertigung. Das komplette Brennstoffzellen- und Antriebssystem haben wir eigens entwickelt. Luftansaugung, -filter, Kompressor, Wasserstoffeinspritzung, Rezyklierung von nicht verbrauchtem Wasserstoff bis hin zur Abluft. Hinzu kommen Software und Betriebsstrategie“, sagt Guldner.

Guldner betont in dem Interview, dass es zwischen Batterieelektrischen- und Wasserstoffantrieben keinen Verdrängungswettbewerb gebe, sondern eher eine Symbiose. „Wir teilen uns ja auch einen Teil des Antriebsstrangs. Letztlich ist ein Brennstoffzellenfahrzeug auch ein Elektrofahrzeug, der Unterschied liegt nur in der Energiespeicherung. Der E-Motor etwa ist gleich, auch ein Teil der Elektronik- und Softwarestrukturen. Wir sehen viele Synergien, wollen das künftig auch auf einer gemeinsamen Architektur entwickeln“, sagt Guldner.

Er fügt an, dass BMW nicht davon ausgehe, dass Wasserstoffautos Mainstream würden im PKW-Bereich, allerdings einen "signifikanten Anteil" an der Gesamtflotte haben werden. Wasserstoff werde vor allem im Nutzfahrzeugbereich wichtig werden, sagt Guldner.

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