BMW: Neue Mildhybrid-Technik für weitere Diesel-Modelle

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
BMW-Modellpflegemaßnahmen

Außerdem neue Motorisierungen für er und 3er

Im Herbst 2019 hat BMW ein Mildhybrid-System im 520d eingeführt. Künftig wollen die Münchner die MHEV-Technik auch bei den entsprechenden Dieselmotoren im 3er, X3 und X4 anwenden. Außerdem gibt es neue Motorisierungen für 1er und 3er. Zusammen ergibt das die BMW-Modellpflegemaßnahmen zum Frühjahr 2020.

Das MIldhybrid-System im 520d und das System von Ford:

Die 48-Volt-Mildhybrid-Technik von BMW beruht auf einem Startergenerator sowie einer zusätzlichen Batterie und soll sowohl den Spritverbrauch verringern als auch die Dynamik steigern. Ab Frühjahr 2020 wird das System auch bei 320d Limousine, 320d Touring, 320d xDrive Limousine und 320d xDrive Touring eingesetzt. Das Gleiche gilt für den X3 xDrive20d und den X4 xDrive20d.

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Das neue Mildhybrid-System mit der Batterie (links) und dem Startergenerator (unten)

Die Technologie erweitert die Möglichkeiten zur Bremsenergie-Rückgewinnung. Die im Schub- und Bremsbetrieb rekuperierte Energie wird nicht mehr nur zur Versorgung der elektrischen Verbraucher (als Audioanlage, Klimakompressor und dergleichen) eingesetzt. Zusätzlich kann die E-Maschine auch beim Antrieb mithelfen, also boosten.

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Boosten: Verbrenner und E-Maschine helfen zusammen (hier mit Hinterradantrieb)

Der 48-Volt-Startergenerator erzeugt bis zu 8 kW/11 PS. Die steigern die Dynamik beim Anfahren und Beschleunigen aus dem Stand heraus. Aber auch während der Fahrt kann der elektrische Overboost zur Unterstützung des Verbrennungsmotors genutzt werden.

Der Verbrenner läuft dadurch öfter in einem Lastbereich mit hoher Effizienz. Wenn der Motor im ineffizienten Teil-Last-Betrieb laufen müsste, kann die Last angehoben werden, was die Effizient erhöht. Die durch die Lastpunktanhebung erzeugte zusätzliche Energie wird dann einfach in die Batterie eingespeist und später verwendet.

Dank Mildhybrid-System kann der Verbrenner außerdem schon früher abgeschaltet werden, wenn man das Auto vor einer roten Ampel oder einem Stauende auslaufen lässt. Wird das Fahrzeug abgebremst, kann der Verbrennungsmotor bereits bei einer Geschwindigkeit von weniger als 15 km/h abgeschaltet werden. Die bei Verzögerung bis zum Stillstand Bewegungsenergie wird zur Rekuperation genutzt.

Denn der 48-Volt-Startergenerator kann den Diesel besonders schnell und vibrationsarm wieder anlassen. So muss der Fahrer in so genannten Change-of-mind-Situationen (zum Beispiel, wenn der Vordermann doch schneller wieder anfährt, als gedacht) dann nicht lange zu warten. 

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Coasting und Freewheeling sind englische Ausdrücke für das Segeln mit abgeschaltetem Motor

Optimiert wird auch das so genannte Segeln: Geht man bei höheren Geschwindigkeiten (bis zu 160 km/h) vom Gas, wird der Verbrenner nicht mehr in den Leerlauf versetzt, sondern vollständig deaktiviert. Auch während der Fahrt erfolgt der Neustart des Motors besonders schnell und komfortabel. Die optimierte Segel-Funktion steht sowohl im Comfort- wie im Eco-Pro-Modus zur Verfügung.

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Neuer 1er: Ab Frühjahr auch als 120d mit Frontantrieb

Außerdem gibt es den neuen BMW 1er ab März 2020 auch wieder als 120d mit Zweiradantrieb. Wie beim neuen 1er üblich bedeutet das nun nicht mehr Hinterrad- sondern Frontantrieb. Bisher stand nur ein xDrive-Modell in der Preisliste. Der neue 120d hat den bekannten 2,0-Liter-Turbodiesel mit 190 PS und eine Achtgang-Steptronic. Damit beschleunigt er in 7,3 Sekunden auf 100 km/h und erreicht bis zu 231 km/h.

Der BMW 3er (Bild oben) bekommt einen neuen Vierzylinder-Turbobenziner. Das 156 PS starke 2,0-Liter-Aggregat kommt im 318i (Limousine und Touring) zum Einsatz und mobilisiert 250 Newtonmeter. Zur Serienausstattung der neuen Einstiegsmodelle der 3er-Reihe gehört eine Achtgang-Steptronic. Damit sprintet die Limousine in 8,4 Sekunden auf Tempo 100, die Spitze liegt bei 223 km/h.

Außerdem erfüllen ab Frühjahr 33 weitere Modelle die Anforderungen der Abgasnorm Euro 6d. Insgesamt entsprechen dann 40 BMW-Modelle der verschärften Norm. Dazu gehören Modellvarianten des 1er, 2er und 3er sowie der sechs SUV-Baureihen vom X1 bis X6.

Von März 2020 an erhöht außerdem eine erweiterte Serienausstattung den Komfort im 7er und 8er (inklusive M8 Competition Coupé, M8 Competition Cabrio und M8 Competition Gran Coupé) den Komfort. Diese Autos werden mit einer Soft-Close-Automatik für die Türen ausgestattet. Außerdem wird für X5, X6 und X7 das Angebot an Lederausstattungen und Interieurleisten erweitert.