BMW und Daimler zögern bei der Batterieproduktion – das könnte für Aktionäre teuer werden

·Lesedauer: 2 Min.
Varta Batterieproduktion

Die Automobilindustrie ist sich einig: der Elektroantrieb ist die Zukunft. Autohersteller, unter anderem die deutschen Vertreter BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766403), kündigen Modelloffensiven und Investitionsprogramme an. Bei einem ganz zentralen Punkt jedoch gehen die Autohersteller verschiedene Wege: bei der Batterieproduktion.

In diesem Artikel werden wir sehen, dass die Anstrengungen von BMW und Daimler in dieser Hinsicht nicht ausreichend sind. Sie sollten sich am Beispiel Volkswagen orientieren.

BMW und Daimler planen keine Batterieproduktion

Bisher haben sich Autohersteller – BMW, Daimler und Volkswagen inklusive – in der „Batterieproduktion“ darauf beschränkt, nur die Batteriepacks selbst herzustellen. Die Batteriezellen, in denen die eigentliche Magie passiert, haben sie indes von Zulieferern aus Asien bezogen.

Doch immer mehr Autohersteller planen nun, auch die Produktion von Batteriezellen in die eigene Hand zu nehmen. Dafür gibt es einen guten Grund: Die Zellen könnten knapp werden. Die Modelloffensiven und Investitionsprogramme aller Autohersteller lassen sich nur umsetzen, wenn die asiatischen Batterieproduzenten ihre Produktion schnell genug steigern können. Automobilkonzerne ohne eigene Batterieproduktion gucken dann in die Röhre. Weitere Vorteile einer eigenen Batterieproduktion sind mögliche Effizienzsteigerungen, Kostenersparnisse und Technologievorteile.

Volkswagen geht mit gutem Beispiel voran und plant, bis 2030 sechs Batteriefabriken allein in Europa hochzuziehen. Diese sollen insgesamt Batterien mit 240 Gigawattstunden Kapazität produzieren. Das reicht für drei Millionen VW ID.3 mit maximaler Reichweite.

Und BMW und Daimler? Hier lässt man bewusst Vorsicht walten. Bei BMW heißt es, die Batterietechnologie entwickle sich zu schnell, um ein Investment in eine groß angelegte Batterieproduktion zu tätigen. Die beiden Konzerne belassen es bei Investments in Pilotwerke, die – im Fall von Daimler – allenfalls in Kleinserie produzieren sollen.

Die gut gemeinte Vorsicht könnte zum Bumerang werden

Ja, das technologische Umfeld entwickelt sich schnell. Ja, der Aufbau einer eigenen Batterieproduktion ist kurzfristig mit höheren Risiken verbunden als das Zukaufen von Zellen asiatischer Top-Produzenten.

Und doch: Die Fertigung einer Komponente, die so zentral ist wie die Batteriezelle, sollte aus meiner Sicht nicht an Dritte ausgelagert werden. BMW und Daimler verzichten auf all die Vorteile einer eigenen Batterieproduktion, die ich oben aufgezählt habe. Sie verzichten darauf, die schnelle Entwicklung der Batterietechnologie aktiv mitzugestalten. Und sie lassen freiwillig eine Möglichkeit aus, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu erarbeiten.

Volkswagen hat das rechtzeitig erkannt. BMW und Daimler zögern – aus meiner Sicht zu stark.

Investoren achten normalerweise nicht großartig auf Beschaffungsrisiken. Bei den Autoherstellern dürfte es sich lohnen, genau hinzuschauen. Der Besitz einer eigenen Batterieproduktion und das rechtzeitige Sichern der benötigten Rohstoffe (allen voran Lithium und Nickel) könnten in den 2020ern zu entscheidenden Faktoren werden.

Der Artikel BMW und Daimler zögern bei der Batterieproduktion – das könnte für Aktionäre teuer werden ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

Mehr Lesen

Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Aktien von BMW.

Motley Fool Deutschland 2021

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.