Philip Seymour Hoffman: Seine besten Rollen

Es hat lange gedauert bis Hollywood das Potenzial dieses Mannes erkannt hat. Philip Seymour Hoffman musste erst viele Jahre lang als Nebendarsteller glänzen, bis er für die ganz großen Rollen gebucht wurde. Am Sonntag starb er mit nur 46 Jahren an einer Überdosis Drogen. Die Filmwelt hat einen ihrer größten Charakterköpfe verloren.

Vieles erinnerte an den überraschenden Tod von Heath Ledger im Januar 2008. Beide starben alleine in ihren New Yorker Apartments, Ledger an einer Überdosis Medikamenten, Hoffmann soll nach Angaben des „Wall Street Journal“ noch eine Nadel im Arm gehabt haben. Der Theater- und Filmschauspieler hatte sich in Interviews offen zu seiner Heroinsucht bekannt. Nach jahrelanger Abstinz war er im letzten Jahr rückfällig geworden und hatte sich in eine Entzugsklinik einweisen lassen.

2006 waren er und Heath Ledger beide für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert – Ledger für seine Rolle als schwuler Cowboy in „Brokeback Mountain“, Hoffman für die Darstellung des exzentrischen Schriftstellers Truman Capote in „Capote“. Bekommen hat die Auszeichnung dann Philip Seymour Hoffman, der in dem Biopic über den Skandalautoren mehr als nur eine Rolle anzunehmen schien. Hoffman war Capote und durchlitt mit ihm seine tiefsten Seelennöte.

Philip Seymour Hoffman starb mit nur 46 Jahren in New York. Er hinterlässt drei Kinder. (Bild: Getty Images)
Philip Seymour Hoffman starb mit nur 46 Jahren in New York. Er hinterlässt drei Kinder. (Bild: Getty Images)

Es waren immer die Außenseiter, Freaks und Kauze, derer sich der 46-Jährige mit enormer Wandlungsfähigkeit im Laufe seiner Karriere annahm. Nach der Ausbildung an der renommierten New Yorker Schauspielschule „Tisch School of the Arts“ schlug Hoffman sich zunächst mit Brotjobs durch. 1992 konnte er in „Der Duft der Frauen“ neben dem großen Al Pacino schließlich eine Nebenrolle ergattern. Es folgten mehrere Engagements – wirklich aufgefallen ist er allerdings erst wieder in „Boogie Nights“ (1997). In dem Drama von Regisseur Paul Thomas Anderson schlüpfte er in die Rolle des homosexuellen Scotty J., der den Pornostar Dirk (Mark Wahlberg) anhimmelt. Anderson besetzte Hoffman daraufhin in fast all seinen Filmen.

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Hoffman hat sich in seiner Karriere den Ruf als darstellerisches Chamäleon erarbeitet. Es schien kaum eine Rolle zu geben, die der übergewichtige Charakterkopf mit seinem enormen schauspielerischen Talent nicht auszufüllen vermochte. Ob als Transsexueller in „Makellos“ (1999), als Stalker in „Happiness“ (1998), als Diener in „The Big Lebowski“ als Snob in „Der talentierter Mr. Ripley“ (1999) oder als lüsterner Pfarrer in „Unterwegs nach Cold Mountain“ (2003) – seine Figuren schafften es immer zu berühren und aufzuwühlen.

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Nach dem Erfolg von „Capote“ und der Auszeichnung mit dem Oscar und Golden Globe wurde der Independent-Schauspieler schließlich auch in Blockbustern besetzt. 2006 zum Beispiel als Waffenhändler in „Mission Immpossible III“ und 2013 als Spielmacher in „Die Tribute von Panem – Catching Fire“. Weitere Oscar-Nominierungen erhielt er 2008 für die Darstellung eines CIA-Führungsoffiziers in „Der Krieg des Charlie Wilson“ und ein Jahr darauf für seine Rolle als unmoralischer Pater in „Glaubensfrage“.

Vor seinem Tod soll der Ausnahmeschauspieler an einer Regiearbeit mit dem Titel „Ezekiel Moss“ gearbeitet haben. Amy Adams und Jake Gyllenhaal waren für die Hauptrollen in dem Fantasy-Thriller vorgesehen.

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