„Der Hobbit”: Hohe Bildfrequenz sorgt für Kontroverse

„Der Hobbit" ist noch nicht mal in den Kinos, da werden erste kritische Stimmen laut. Die doppelte Framerate, mit der Peter Jackson sein neuestes Werk aufgenommen hat, stößt nicht bei allen Pressevertretern auf Begeisterung. Das Bild ist dadurch zwar gestochen scharf, aber genau deshalb ist die Tolkien-Verfilmung wohl nicht immer ein Augenschmaus.

Bald in den Kinos zu bewundern: Peter Jacksons "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" (Bild: ddp images)Bald in den Kinos zu bewundern: Peter Jacksons "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" (Bild: ddp images)


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Vergangene Woche feierte „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" in Wellington Weltpremiere, mittlerweile gab's auch schon die ersten Pressevorführungen. Einige Auserlesene durften sich also bereits ein Bild vom ersten Teil der neuen Peter-Jackson-Trilogie machen, deren erster Teil am 13. Dezember auch in die deutschen Kinos kommt.

Mit der Aufnahmetechnik „48 Bilder pro Sekunde" setzt der Film in Sachen Kinotechnologie neue Maßstäbe. Üblich ist bislang eine Projektion mit 24 Bildern pro Sekunde. Und wie das oft so ist mit Innovationen — es braucht ein wenig Zeit, um sich an die neue Ästhetik zu gewöhnen. Mike Ryan von der „Huffington Post" etwa resümiert, dass durch die doppelte Framerate zwar durchaus ein „unglaublich klares Bild" entstehe. Aber genau das sei auch das Problem. Offenbar sehen die Aufnahmen durch die hohe Bildfrequenz einfach nicht mehr echt aus. Beziehungsweise sei das Bild mitunter so gestochen scharf, dass man aus der Filmrealität in die Wirklichkeit gerissen wird. Ein Beispiel führt Ryan an: „An einer Stelle konnte ich Ian McKellens Kontaktlinse sehen." Schwer vorstellbar, dass Gandalf sich irgendwelcher optischer Hilfsmittel bedienen musste. Abgesehen davon dürfte in Mittelerde kein Optiker gelebt haben...

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Andererseits schreibt Ryan auch, dass die neue Technik durchaus ihre Faszination hätte. Er habe bislang nichts Vergleichbares gesehen. Nur fühle man sich durch die gestochen scharfen Bilder oft abgelenkt. Das Auge ist mit dem Detailreichtum beschäftigt, obwohl der Zuschauer sich doch einfach nur in die Geschichte fallen lassen will. Ähnlich lautete das Resümee einiger Kritiker, die einen Ausschnitt aus dem Film bereits zu Testvorführungen im April  2012 sehen durften.

Allerdings: Auch die 3D-Technik brauche eine Weile, bis sie sich auf dem Markt durchsetzte. Spätestens mit James Camerons „Avatar" kam der Durchbruch und so dürfte sich das Auge des Kinobesuchers auch mit der Zeit an die höhere Bildfrequenz gewöhnen. Gut möglich, dass Peter Jackson mit „Der Hobbit" also einen Meilenstein setzt.

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