Box Office Bomben – Die fettesten Flops der Filmgeschichte

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Finanziell gescheiterte Filme gibt es hunderte, künstlerisch gescheiterte sicher ein paar Tausend - je nachdem welche Maßstäbe man anlegt. Einige Flops stechen durch die horrende Summe heraus, die in den Sand gesetzt wurde, andere durch die Konsequenzen, die diese Filme auf eine gesamte Film-Ära oder die Zukunft eines Schauspielers hatten.

Wir haben die fünf dicksten Flops recherchiert:

Mars needs Moms, aber keiner "needs" diesen Film 

Ein folgenschwerer Flop der jüngeren Zeit ist die Disney Großproduktion „Mars needs Moms" (2011) produziert von Robert Zemeckis, der über 100 Millionen Dollar Verlust machte und nicht einmal in Europa in die Kinos kommen wird. Und das, obwohl 2009 bereits der Disney Studio-Chef Dick Cook nach 40
Jahren seinen Stuhl räumen musste, weil er mehrere kommerzielle Flops
in Folge produziert hatte. Dem Film fehlt das Herz, da kann so viel
3D-Animation und können noch so viele berühmte Schauspieler als
Sprecher eingesetzt werden.

Der Film bleibt eine großangelegte Ermüdungserscheinung.

Stadt, Land, Kuss "Betthupferl für die Menopausen-Jahrgänge" schrieb der SPIEGEL

Stadt, Land, Kuss" (2001) war ebenfalls ein Überraschungsflop, weil die romantische Komödie mit Starbesetzung an den Kassen eigentlich immer funktioniert. Und weil niemand weiß, warum ein Film ohne Action, Special Effects oder Computeranimationen so teuer wurde. Der Film mit Goldie Hawn, Warren Beaty und Diane Keaton ging als bis dahin größte „Box Office Bombe" (100 Millionen Dollar plus etwa 35-50 Millionen für Marketing) in die Geschichte ein. Die Gründe scheinen einfach: es ist ein schlechter Film. Alle Schauspieler außer Diane Keaton hatten jedenfalls danach Mühe gute Filme zu machen.

Monumental Western "Heavens Gate"

Ein ganzes Studio ging an dem künstlerisch außer Kontrolle geratenen Western „Heavens Gate" (1981) zugrunde. United Artists, einst gegründet von Charlie Chaplin und Douglas Fairbanks, musste Konkurs anmelden, weil der größenwahnsinnige Regisseur Michael Cimino in Massenszenen und zahllosen Takes Aber-Millionen von Dollar verbriet. Insgesamt kostete der Film 40 Millionen US-Dollar. Das Einspielergebnis in den USA lag bei 3,5 Millionen. 

Es gibt den wunderbaren Dokumentarfilm „Final Cut..." von Michael Epstein über das Scheitern dieses Projekts. Aus ihm haben sicher viele Produzenten etwas gelernt. Die Folgen dieses Flops waren weitreichend. Michael Cimino, immerhin mit einem Oscar für "Die durch die Hölle gehen" prämiert, durfte nie wieder einen anspruchsvollen Film machen. Das Studio ging bankrott und "Heavens Gate" war das Ende des Autoren-Kinos der 70er Jahre.

Ebenfalls das Ende einer Ära läutete "Cleopatra" (1963) mit der vor zwei Wochen verstorbenen Elizabeth Taylor ein. Obwohl der Film nach drei Jahren mehr Geld gemacht hatte als jeder „Herr der Ringe" oder die „Piraten der Karibik"-Filme, gilt er wegen der vierjährigen Produktionszeit, den endlosen Problemen (Minen aus dem zweiten Weltkrieg am Drehort, Taylors Affäre mit Richard Burton, ihren Krankheiten und Starallüren) als das Ende der so genannten „Sandalen Filme", also aufwändigen, historischen Dramen. Elizabeth Taylor schadete der Flop nicht. Sie heiratete 1964 Richard Burton und machte weitere Filme.

Das (vorläufige) Ende der Kevin Costner Belästigung: Superflop "The Postman"

Der unsäglich schlechte und auf voller Linie gescheiterte „The Postman" mit Kevin Costner dagegen bedeutete nach drei Flops hintereinander ("Wyat Earp", "Waterworld", "Das Baumhaus") für den Mann das Ende als A-Schauspieler. Der Film war nicht nur ein finanzielles Debakel (Kosten: 80 Millionen Dollar, Einspielergebnis 17 Mio.), sondern auch filmisch wegen der hanebüchenen Story und patriotischen "Ranschmeißerei" ein totaler Misserfolg.

Der Flop - Marktgesetz und Marktbereinigung

Flops sind eine Art „Marktbereinigung". Sie sind vorprogrammiert, weil die Studios jeden kommerziellen Erfolg so lange weiterreiten, bis kein Geld mehr damit zu machen ist. Irgendein Film muss so der letzte seiner Art sein und floppen. Vielleicht auch eine Lehre für die Filmemacher, sich kreativere Geschichten zu überlegen.

Christian Caravante

Fotos: ddp