Alfred Hitchcock: “Psycho” sollte eine Komödie werden

Als er seinen berühmtesten Film drehte, galt er bereits als Genie unter den Regisseuren Hollywoods. Alfred Hitchcock suchte im Alter von 60 Jahren nach etwas „Frischem“, etwas „Neuem“, das seiner Karriere die Krone aufsetzen würde – und drehte „Psycho“. So erzählt es zumindest die biografische Komödie "Hitchcock" von Sacha Gervasi, in der Sir Anthony Hopkins den exzentrischen Filmemacher verkörpert. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere entstand Hitchcocks Meisterwerk, das nicht zuletzt wegen der einzigartigen Duschszene Filmgeschichte schrieb. Dabei scheint der Regisseur weniger einen Schocker, als Kino zum Schmunzeln im Kopf gehabt zu haben.

Anthony Hopkins als Alfred Hitchcock (Bild: dpp images)Anthony Hopkins als Alfred Hitchcock (Bild: dpp images)

Im Bio-Pic erwachsen aus den unkonventionellen Ideen des Filmemachers erst Finanzierungsschwierigkeiten und dann Eheprobleme. Dass bei Hitchcocks Arbeit an „Psycho“ von Anfang an eine ordentliche Portion Humor mit im Spiel war, das macht Gervasi in seinem Film ganz beiläufig zum Thema – ein Umstand, der parallel zum Filmstart durch die Veröffentlichung von Tonaufnahmen Bestätigung findet, die bei einem Fernsehinterview Hitchcocks im Juli 1964 gemacht wurden. Der Regisseur räumt in dem Gespräch ein, sein schockierender Suspense-Klassiker sei nicht so ernst gemeint gewesen, wie er vom Publikum und den Kritiker aufgefasst wurde. „Der Inhalt war eher amüsant, dachte ich, es war ein großer Spaß,“ witzelt Hitchcock und fährt fort: „Ich war entsetzt, als manche Leute das so ernst nahmen.“

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Hitchcocks Absicht, „das Publikum zum Lachen zu bringen“, ging nicht auf. Bis heute müssen Kinofans bei den Mordszenen hinterm Duschvorhang gefesselt hinstarren - oder entsetzt wegsehen. „Dieses faszinierende Interview aus den Archiven lässt vermuten, dass es immer in Hitchcocks Absicht lag, eher einen komischen, als einen furchteinflößenden Film zu drehen“, kommentierte der Sprecher des Verlags AudioGo, ehemals BBC Audiobooks, die Veröffentlichung der historischen Aufnahmen im „Daily Telegraph“. Andererseits ist Horror ohne Humor kaum vorstellbar. Kaum ein zeitgenössischer Gruselstreifen, der nicht mit ironischen Querschlägen seine Zuschauer zum Lachen bringt. Wie nah sich Schockmoment und absurde Übertreibung sind, zeigen die Filme von Quentin Tarantino ebenso gut wie Teenage-Horror-Blockbuster à la „The Cabin in the Woods“.

Wer sich von der komischen Seite eines der einflussreichsten Filmemacher der Kinogeschichte überzeugen will: „Hitchcock“ läuft ab 14. März in den deutschen Kinos.

"Hitchcock": Der Trailer

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