Wie die Blockchain-Anwendung Quorum die Bankenwelt verändert

Tim Stockschlaeger

Die National Bank of Canada emittiert erfolgreich ein Zertifikat am Finanzmarkt mit über 150 Millionen US-Dollar auf der Blockchain-Anwendung Quorum. Die amerikanische Investmentbank JPMorgan Chase entwickelte Quorum seit 2016 und eruiert nun eine Ausgliederung als eigenständiges Unternehmen.

Die Transaktion auf der Blockchain am vergangenen Mittwoch ist dabei nicht mehr nur ein umfangreicher Test gewesen, anders als die Pressemitteilung der Geldhäuser vermuten lässt. Die Gelder flossen über die traditionellen Kommunikationskanäle der Banken. Parallel simulierten die Banken die Transaktion mit identischen Details zur Laufzeit, Zinssätzen und Kunden auf der Blockchain. Im besten Fall sollten identische Ergebnisse erzielt werden. Die National Bank of Canada begab dabei ein einjähriges floating-rate Yankee Einlagenzertifikat über 150 Millionen US-Dollar. Das unbesicherte Zertifikat ist im Grunde vergleichbar mit einem klassischen Sparbrief. Der Hauptunterschied ist die aus amerikanischer Sicht ausländische Bank (Kanada) und die Adressierung von großen Investoren mit Mindestbeiträgen von über 100.000 US-Dollar.

Bei dem Blockchain-Experiment sind neben den beiden Banken weitere Partner involviert, die in das Zertifikat investieren. Zu den Investoren gehören Goldman Sachs Asset Management als Tochter der Goldman Sachs Group sowie der Pharmakonzern Pfizer und die Vermögensverwaltung des amerikanischen Unternehmens Legg Mason.

Sowie JPMorgan Chase investieren viele Banken über die letzten Monate kräftig in Blockchain-Anwendungen und haben hohe Erwartungen an die Effizienzsteigerungen. Von internationalen Transaktionen über den dokumentären Zahlungsverkehr bis zum Aktienhandel sollen nach Wünschen der Branche sämtliche Anwendungen auf die Blockchain übertragen werden.

Quorum ist einer der Vorreiter in der Finanzbranche

„Eine der Aufgaben des JPMorgan-Blockchain-Programms ist es zu identifizieren, wie die Blockchain-Technologie Mehrwert schaffen kann, die Effizienz erhöht und dabei ein besseres Erlebnis schafft für unsere Kunden entlang der Wertschöpfungskette des Finanzmarktes“,

erklärt Christine Moy, Blockchain Program Lead, JPMorgan.

Die beiden Banken JPMorgan Chase und National Bank of Canada sind Mitglied in der Enterprise Ethereum Alliance. Ein Zusammenschluss von über 500 großen Konzernen, Start-ups und Forschungseinrichtungen, die Smart Contracts und Blockchain-Anwendungen für die Unternehmenswelt entwickeln wollen.

Das Investmenthaus JPMorgan Chase überlegt derweil, das Quorum-Projekt als eigene Firma auszugliedern. Die Anwendung findet großen Anklang in der Branche und hat nun mehrere Praxistests erfolgreich durchlaufen. Blockchain sei noch immer in einem sehr frühen Stadium, sagt Umar Farooq, Head of Blockchain Initiatives for JPMorgans Corporate und Investment Bank, in einem Interview.

Die Firma sei aber sehr optimistisch, was das Potenzial der Technologie angeht. Farooq erklärt weiter, Quorum ziehe viel Aufmerksamkeit auf sich. JPMorgan sei nach wie vor primär eine Bank und keine Softwarefirma. Die Anfragen von außenstehenden Firmen übersteigen derweil die Kapazitäten. Die Bank plane nicht die Serviceleistungen kommerziell für andere Firmen anzubieten, sondern die ganze Sparte auf eigene Beine zu stellen. Die Bank wollte sich nicht zu einem möglichen Käufer oder einer Timeline äußern. Bis es soweit ist, investiert JPMorgan Chase weiter kräftig in Quorum. Die Anzahl der Entwickler soll kurzfristig deutlich steigen.

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