Bloß noch 896 Euro: Was diese mickrige Zahl jetzt über deine Rente sagt!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Mature couple doing some paperwork and calculations at home

Viele aufmerksame Altersvorsorger mit etwas Weitblick dürften eine Sache wohl inzwischen erkannt haben: Im Alter droht eine größere Rentenlücke und die private Vorsorge rückt dabei immer weiter in den Fokus. Zumindest, wenn man keine böse Überraschung erleben möchte, sollte dieser Baustein der Rentenplanung inzwischen eine größere Bedeutung besitzen.

Wie groß die Rentenlücke ist, das offenbart gegenwärtig mal wieder eine Zahl besonders. Nämlich die der 896 Euro, die medial diskutiert wird und die im Vergleich zu anderen historischen Zahlen sogar noch eine Verbesserung darstellen könnte.

Werfen wir dennoch einen Blick darauf, weshalb diese Zahl einfach mickrig ist und bleibt und wie man dem Schrecken dieser Hausnummer begegnen kann. Möglicherweise sogar mit einfachen monatlichen Sparplänen im geringfügigen Ausmaß kann hier Abhilfe geleistet werden.

896 Euro: Das durchschnittliche, sogar gesteigerte Rentenniveau!

Wie aufmerksame Leser gängiger Medien in diesen Tagen vielleicht schon aufgeschnappt haben, misst die Zahl der 896 Euro derzeit das durchschnittliche Rentenniveau, das die Masse aller Rentner gegenwärtig erhält. Im Vergleich zum 2000er-Durchschnitt in Höhe von 700 Euro sei das zwar eine Verbesserung um 28 %. Allerdings stünde dieser Verbesserung eine Gesamtinflation von 29,9 % gegenüber, wodurch Rentner effektiv 1,9 % weniger Kaufkraft besitzen, um im Alter ihre täglichen Bedürfnisse zu decken.

Die täglichen Bedürfnisse von im Schnitt 896 Euro zu decken, mag dabei sowieso ein ambitioniertes Ziel sein, vor allem wenn wir uns vergegenwärtigen, dass das lediglich ein Durchschnittswert ist. Männer bekämen mit einem Durchschnitt von 1.114 Euro zwar noch etwas mehr, Frauen hingegen erhalten jedoch lediglich 719 Euro. Auch wenn dieser Wert um sage und schreibe 44,9 % in den letzten zwei Jahrzehnten gestiegen ist, so offenbart das dennoch eins: Altersarmut kann für viele Frauen ein leidiges Thema werden.

Generell sind diese häufig dreistelligen Zahlen in meinen Augen ein Mahnmal dafür, dass die private Altersvorsorge immer wichtiger wird. Zumindest, wenn nicht halbjährliche Gänge zum Sozialamt prägend für die Rentenphase sein sollen.

Handle jetzt!

Um das allerdings auch ganz klar zu formulieren: Die Verantwortung, einem solchen Schicksal zu entgehen, liegt bei dir. Seit Jahren und Jahrzehnten können wir bereits formal gesehen ein sinkendes Rentenniveau beobachten. Wenn wir die Durchschnittswerte um den höheren Frauenanteil bereinigen, der durch eine gestiegene Anzahl an Doppelverdienern und eine glücklicherweise stärkere Rolle der Frau im Erwerbsleben abziehen, so wird klar: Die Rente wird nicht mehr. Auch nicht in Anbetracht der Herausforderungen der Baby-Boomer, die alsbald im Ruhestandsalter sind.

Der Auftrag ist daher klar: Die private Altersvorsorge muss her. In Zeiten der niedrigen Zinsen heißt das allerdings nicht bloß sparen, was das Zeug hält, sondern bewusst auf renditeträchtige Anlageformen setzen und hier einen langfristigen Vermögensaufbau anzustreben. Das Tolle hierbei: Bei gängigen ETF-Lösungen auf dem breiten Markt sind über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg Sparplanlösungen möglich. Das lässt einen bereits ab einer Sparrate von 25 Euro, in manchen Fällen auch von 50 Euro, an der Entwicklung breiter Märkte partizipieren.

Wer dabei über einen Zeitraum von 25 Jahren jeden Monat 50 Euro beiseite legt und investiert, der wird es bei einer langfristig marktüblichen Rendite bereits auf ein Vermögen von fast 40.000 Euro bringen. Zugegeben, das mag bloß einen kleineren Beitrag leisten, um im Alter besser klarzukommen. Allerdings haben die investierten 15.000 Euro über diesen Zeitraum ein zusätzliches Rentenpolster von 25.000 Euro generiert, das ebenfalls im Alter verwendet werden kann.

Beunruhigen dich diese Zahlen?

Falls nicht, dann sollten sie das aber. Die Rente mag für viele zwar noch ein weit entfernter Zeitpunkt sein, doch für die meisten von uns kommt hier der Schrecken irgendwann. Eine frühe Vorbereitung kann dabei viel ersparen. Stichworte wie Rentenlücke, Altersarmut und Nebenjobs im Alter können vermieden werden, wenn man rechtzeitig mit der Vorsorge beginnt. Selbst kleinere Beträge möglichst früh gespart und investiert können dabei einen bedeutenden Unterschied ausmachen.

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