Bloß kein Jamaika-Modus: Was Union und SPD anders machen wollen

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die Unterhändler von Union und SPD haben sich einiges vorgenommen - es soll alles anders werden als bei den Jamaika-Sondierungen von Union, FDP und Grünen. SPD-Chef Martin Schulz hat einen komplett anderen "Stil" angekündigt. Keine Balkonbilder, keine Durchstechereien, keine intensive Twitterei, keine Veröffentlichung von Arbeitspapieren oder Zwischenständen, keine Quasi-Sondierungen vor laufender Kamera, keine ständigen Provokationen per Interview.

CDU, CSU und SPD wollen bei ihren politischen Annäherungsversuchen nur spärlich nach außen kommunizieren. Anders als bei den Jamaika-Gesprächen soll es auch keine täglichen Statements der Generalsekretäre geben, sondern allenfalls gemeinsame schriftliche Erklärungen der Parteien. Von dem Jamaika-Sondierungsort, der Parlamentarischen Gesellschaft, und vor allem von deren Balkon, halten sich Union und SPD betont fern. Stattdessen wollen sie sich reihum in den Parteizentralen von CDU und SPD und der bayerischen Landesvertretung treffen.

Überhaupt soll möglichst gar nichts an die glücklose Jamaika-Konstellation erinnern. Diszipliniert soll es vorangehen, konzentriert, fokussiert - so ist zumindest der Vorsatz von Union und SPD. Beide Seiten haben sich dafür einen straffen Zeitplan mit fixem Ende gesetzt. Fünf volle Tage an Sondierungsgesprächen vom 7. bis 11. Januar sind angesetzt. Am sechsten Tag, dem 12. Januar, soll ein Ergebnis auf dem Tisch liegen - als Resultat einer möglichst geräuschlosen Woche. Soweit die Theorie. Wie weit Anspruch und Wirklichkeit am Ende beieinanderliegen, muss sich zeigen.