Hier bleibt mehr Geld für Après-Ski


Der Trend zum Urlaub in Deutschland hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt. Bereits zum achten Mal in Folge hat die Tourismusbranche hierzulande einen neuen Rekord verzeichnet. Wandern, Radfahren, Kultur- und Städtereisen stehen hoch im Kurs. Und Skifahren? Am Alpenrand, rund um die Zugspitze und in Orten wie Oberstdorf stehen die Chance für frischen Schnee recht gut. In Gebieten wie Winterberg oder auf dem Feldberg muss man schon etwas Glück haben. Wer auf Nummer sicher gehen will, reist in klassische Wintersportländer. Damit man möglichst viel Urlaub für sein Geld bekommt, lohnt sich ein Blick auf das lokale Preisniveau und den aktuellen Wechselkurs.

In vielen typischen Reiseländern für den Winterurlaub wird inzwischen mit Euro gezahlt. Doch eine einheitliche Währung führt noch lange nicht zu einheitlichen Preisen. Gründe dafür sind unterschiedliche Teuerungsraten und unterschiedlich hohe Steuersätze für Waren und Dienstleistungen. In Ländern außerhalb der europäischen Währungsunion sorgen zusätzlich Wechselkursschwankungen für Abweichungen bei der Kaufkraft.


Laut Vergleichstabelle der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lag die Kaufkraft in Österreich und Frankreich mit Stand Oktober dieses Jahres ein wenig unterhalb des deutschen Niveaus. Konkret: Wer in Österreich einkauft, bekommt für 100 Euro Waren oder Dienstleistungen, die in Deutschland nur 95 Euro kosten. In Frankreich haben 100 Euro aus Sicht eines Deutschen einen Gegenwert von 97 Euro.

Besser sieht es dagegen in Italien aus. Hier haben 100 Euro aus dem deutschen Portemonnaie eine Kaufkraft von 102 Euro – ein kleines bisschen mehr „Dolce Vita“ ist also drin. Doch das ist noch nichts im Vergleich zu Slowenien. In dem kleinen Land, das an Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien grenzt, bekommen deutsche Reisende für ihre 100 Euro Waren und Dienstleistungen, für die sie in der Heimat satte 127 Euro zahlen müssten.

Die Schweiz ist wieder teuer


Noch günstiger ist der Winterurlaub in Tschechien. Dort hatte der Euro im Vergleich zu Deutschland zuletzt den anderthalbfachen Wert. Wer nach Tschechien reist, muss allerdings Devisen tauschen, denn dort wird mit Tschechischer Krone gezahlt. Seit diesem April kann es sich für Reisende auch wieder lohnen, vor dem Urlaub den Wechselkurs zu prüfen. Bis April nämlich hatten die Tschechen ihre Währung an den Euro gekoppelt, mit einem Mindestkurs von 27 Kronen. Danach hat die Währung aufgewertet. Momentan bekommen Urlauber für einen Euro rund 25,70 Tschechische Kronen.

Die aktuellen Kurse zwischen allen Ländern der Welt können beispielsweise mit dem Währungsrechner auf Handelsblatt.com berechnet werden. Interessierte können die gewünschten Devisen entweder direkt in einen Rechner eingeben, sich eine alphabetische Länderliste anzeigen lassen oder per Klick auf eine Weltkarte die gesuchten Länder wählen.


Seit knapp zwei Jahren ist dieser Rechner auch wieder für Schweiz-Urlauber interessant. Im Januar 2015 hatte die Schweizer Nationalbank den Mindestkurs von 1,20 Franken für einen Euro aufgegeben. Mit dem Ende der Koppelung wertete die Schweizer Währung enorm auf, so dass man für einen Euro kurzfristig nur einen Schweizer Franken bekam. Seit diesem Sommer verbessert sich der Wechselkurs aus Sicht der Schweiz-Urlauber mit Euro-Geldbörse wieder deutlich. Ein Euro kostet aktuell etwa 1,17 Franken. Trotz dieses Anstiegs bleibt die Schweiz aber ein teures Reiseland. Laut OECD-Statistik haben 100 Euro von deutschen Urlaubern dort gerade mal einen Gegenwert von 68 Euro.

Für preisbewusste Skifahrer kann es sich also lohnen, die Kaufkraft und die Wechselkurse zu vergleichen – bleibt nur noch zu hoffen, dass man auch im Reisebüro ein gutes Angebot erwischt. Wer innerhalb der Ferien reisen möchte, kann sein Glück jetzt entweder bei Last-minute-Angeboten über Weihnachten oder Silvester versuchen oder geduldet sich bis zu den Osterferien. Die beginnen in den meisten Bundesländern im kommenden Jahr am 26. März und dauern meist zwei Wochen. Wer nicht so lange warten möchte und beispielsweise in Baden-Württemberg, Bayern oder im Saarland wohnt, kann schon im Februar eine Woche in den Winterferien buchen.

KONTEXT

Flüssig bleiben im Urlaub

Bargeld

Grundsätzlich sollten Reisende möglichst wenig Bargeld bei sich tragen, denn bei einem Diebstahl ist dieses in der Regel endgültig verloren. Zumindest für den Ankunftstag sollte sie aber eine kleinere Summe in der Landeswährung dabei haben, um etwa die Fahrt ins Hotel zahlen zu können.

Bankkarte

Urlauber sollten sich informieren, ob ihre Bankkarte im Reiseland funktioniert. Bei einigen Kreditinstituten muss vorab die Nutzung der Girocard für das Ausland freigeschaltet werden. V-Pay-Karten funktionieren nur in Europa.

Kreditkarten

Da Bankkarten nicht überall funktionieren, sind Kreditkarten eine wichtige Ergänzung. Auch hier sollten sich Kunden informieren, ob das Tages- und Monatslimit ausreicht. Mit manchen Karten ist das Geldabheben am Automaten kostenlos, mit anderen kann gebührenfrei an der Kasse bezahlt werden. Vorab lohnt sich also ein genauer Vergleich der Angebote. Bevor die Reise los geht, sollten sich Verbraucher auf jeden Fall den PIN-Code einprägen.

Kooperationen

Kunden sollten im Vorfeld erfragen, mit welchen Geldinstituten die eigene Bank kooperiert und welche Gebühren am Geldautomaten und bei Kartenzahlung anfallen.

In Euro abrechnen

An Geldautomaten oder Kassenterminals bekommen Kunden häufig das Angebot "in Euro abrechnen". Das sollten sie ablehnen, denn die Wechselkurse sind meist schlechter und es fallen Zusatzgebühren an.

Mischung

Reisende sollten sich nie nur auf ein Zahlungsmittel verlassen. Eine gute Kombination besteht aus Bankkarte, Kreditkarte und Bargeld.