Blasses DFB-Team gewinnt letzten WM-Test gegen Saudi-Arabien knapp

Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte Freundschaftsspiel vor der WM in Russland gewonnen. Gegen die Auswahl aus Saudi-Arabien zeigte das DFB-Team in Bestbesetzung eine schwache Leistung und siegte mit Ach und Krach mit 2:1 (2:0). Die Yahoo Sport-Analyse.

Die DFB-Elf bezwang im letzten Test vor der WM Saudi-Arabien.

Die Aufstellung des DFB-Teams

Joachim Löw testet wohl seine erste Elf für die WM in Russland – mit der Ausnahme des am Knie verletzten Mesut Özil. Für den Arsenal-Star kommt Julian Draxler auf links in die Mannschaft, Marco Reus rutscht in die Mitte und Thomas Müller beginnt auf der rechten Seite.

Im Angriff startet Timo Werner als alleinige Spitze, in der Defensive steht Jerome Boateng nach seiner Verletzung direkt wieder in der Startelf.

Neuer – Kimmich, Hummels, Boateng, Hector – Khedira, Kroos – Müller, Reus, Draxler – Werner

Der Spielverlauf

Die DFB-Elf mit einer extrem dominanten Anfangsphase. Offensiv zeigten die Deutschen ein starkes Pressing und ließen die überforderten Gäste teilweise gar nicht aus der eigenen Hälfte kommen. Die haushohe fußballerische Überlegenheit tat ihr Übriges, so dass die DFB-Elf schnell gute Chancen herausspielen konnte. Neben dem Treffer von Timo Werner nach schöner Vorlage von Joshua Kimmich und Marco Reus (8.) trafen Letzterer sowie Sami Khedira noch den Pfosten.

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Saudi-Arabien verteidigte mit Ausnahme von Sturmspitze Fahad Al-Muwallad mit der ganzen Truppe und machte die Räume extrem dicht, setzten sich die DFB-Spieler länger um den Strafraum fest. Konnten die Mannen von Jogi Löw aber einmal mit Tempo auf die Saudi-Defensive zugehen, taten sich teilweise erschreckende Lücken auf.

Während die deutsche Offensive gefällig kombinierte und sich extrem flexibel zeigte, wirkte die Mannschaft in der Rückwärtsbewegung eher lethargisch. Nach einer halben Stunde kamen die Gäste aus Saudi-Arabien aus der Deckung und erarbeiteten sich mit leichten Mitteln sogar passable Möglichkeiten.

Trotzdem reichte dem DFB-Team der fußballerische Qualitätsunterschied in allen Mannschaftsteilen, um das Spiel über weite Strecken zu kontrollieren. Kurz vor der Pause erhöhte die Mannschaft noch einmal die Schlagzahl. Omar Hawsawi traf nach einer Hereingabe von Timo Werner ins eigene Tor (43.).

Nach der Pause begannen die Wechselspiele auf Seiten der DFB-Elf. Schon in der Pause ersetzte Marc-Andre ter Stegen Neuer und Niklas Süle kam für Boateng. Der Spielfluss litt darunter merklich, zwar gab es noch die ein oder andere Möglichkeit, spätestens nach einer Stunde war bei der durchgewürfelten DFB-Elf die Luft aber fast komplett raus. Der eingewechselte Ilkay Gündogan, der mit einem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Wirbel gesorgt hatte, wurde bei seiner Einwechslung und den meisten Ballkontakten mit Pfiffen bedacht.

Am Ende reichte der DFB-Auswahl eine schwache Leistung gegen einen klar unterlegenen Gegner. Der kam jedoch kurz vor dem Ende dank eines Elfmeters von Taisir Al-Jassim (84.) nicht nur zum Anschluss, sondern hatte in der Nachspielzeit sogar noch die riesige Möglichkeit zum Ausgleich. Das DFB-Team beendet so seine zuvor fünf Spiele anhaltende Sieglos-Serie und fährt mit einem Sieg nach Russland.

Manuel Neuer im Fokus

Wie schon bei seinem Comeback gegen Österreich stand Manuel Neuer natürlich auch gegen Saudi-Arabien im Fokus. Der Kapitän absolvierte die ersten 45 Minuten und zeigte dabei, dass er auch das Fußballspielen nicht verlernt hat.

Abgesehen von einigen wenig gefährlichen Schüssen, die der Münchner problemlos parierte, sorgte Neuer in der 19. Minute für Applaus, als er einen halbhohen Rückpass hochnahm, die Kugel zweimal unter Bedrängnis jonglierte und dann volley Richtung Mittellinie schlug. Auch bei einem weiten Ball über die aufgerückte Abwehrkette auf Al-Muwallad sehr aufmerksam, weit aus dem Tor und einer klugen Kopfballabwehr.

Gewinner im DFB-Dress: Timo Werner

Löw schickte mit der Ausnahme des verletzten Özil wohl seine A-Elf für Russland aufs Feld. Im Sturm bekam Timo Werner vor Mario Gomez den Vorzug – und nutzte seine Chance! Sehr gutes Zusammenspiel mit der offensiven Dreierreihe hinter sich. Wich auch immer wieder auf die Flügel aus und harmonierte vor allem mit Marco Reus stark. Perfekter Abschluss beim Tor zum 1:0, Vorlagengeber zu Hawsawis Eigentor kurz vor der Pause (43.). Nach 62 Minuten war Feierabend, für ihn kam Gomez.

Pfeife des Spiels: Yahya Al-Shehri

Im rechten Mittelfeld aufgeboten war Al-Shehri eher als zweiter Außenverteidiger gefordert und war mit dieser Aufgabe komplett überfordert. Egal, welcher Gegenspieler auf ihn zukam, der Spieler von Leganes kam fast nie in die Zweikämpfe und ließ sich teilweise amateurhaft überspielen.

Der Schiedsrichter: Slavko Vincic

Der Slowene hatte in einer fairen Partie wenig zu tun und leitete das Spiel ohne Fehler. Der Elfmeter für Saudi-Arabien war vertretbar. Wurde aber von seinem Assistenten in der 41. Minute böse im Stich gelassen, als der Linienrichter den schönsten deutschen Angriff, der in einem Tor resultierte, wegen einer hanebüchenen Abseitsentscheidung annullierte.