Schlappe für Trump bei Vorwahlen in Alabama

Verlierer Luther Strange hatte Trumps Rückendeckung

US-Präsident Donald Trump hat bei der Vorwahl seiner Republikaner für einen Sitz im US-Senat eine Schlappe hinnehmen müssen: Bei der Abstimmung im Bundesstaat Alabama verlor Trumps Favorit Luther Strange am Dienstag gegen den populistischen Außenseiter Roy Moore. Moore kam nach Auszählung aller Wahlbezirke auf 54,9 Prozent der Stimmen, auf Trumps Kandidat Strange entfielen 45,1 Prozent.

Pikant an diesen Vorwahlen war, dass Moore vom ehemaligen Chefstrategen des Präsidenten, dem Rechtsaußen-Ideologen Stephen Bannon, unterstützt wurde. Für Strange hingegen setzte sich neben Trump auch das republikanische Partei-Establishment ein.

Moore feierte nach seinem Erfolg einen "konservativen Sieg". Damit sei "das Establishment in Alabama geschlagen worden", erklärte er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Rolle als Kämpfer gegen des Partei-Establishment nimmt eigentlich Trump für sich in Anspruch.

Bestimmt wurde der republikanische Kandidat für die Nachwahl zum Senat im Dezember - mit ihr soll der frühere Senatssitz des heutigen Justizministers Jeff Sessions neu besetzt werden. Moore geht nun als Favorit in die Nachwahl gegen den demokratischen Kandidaten Doug Jones.

Strange, der sechs Jahre lang Generalstaatsanwalt von Alabama war, hat das durch Sessions' Wechsel in die Regierung freigewordene Mandat derzeit provisorisch inne. Er war vom Gouverneur von Alabama als vorläufiger Nachrücker bis zur Wahl ernannt worden.

Sein Kontrahent Moore ist ein Held der religiösen Rechten, der auch internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Er wurde zwei Mal von seinem Posten als Richter am Obersten Gericht von Alabana verbannt: das erste Mal, weil er sich geweigert hatte, ein Monument für die alttestamentarischen Zehn Gebote aus einem Justizgebäude zu entfernen; das zweite Mal, weil er sich über das Urteil des Obersten Gerichts zugunsten der Homo-Ehe hinweggesetzt hatte.

Trump hatte sich am Dienstag noch einmal für seinen Kandidaten eingesetzt. "Er hat mir bewiesen, dass er dich nie im Stich lassen wird", warb der Präsident auf Twitter für Strange. Bei einer Versammlung in dem Südstaat hatte er seinen Kandidaten Tage vorher ebenfalls als Anti-Establishment-Mann gepriesen: Strange sei ein "Kämpfer", der die Verhältnisse in Washington verändern wolle.

Die Website ProPublica berichtete allerdings, einige von Trumps Tweets zugunsten von Strange seien inzwischen gelöscht worden. Nach dem Wahlsieg Moores veröffentlichte Trump hingegen einen Tweet mit der Aufforderung an diesen, bei der Nachwahl im Dezember zu gewinnen.

Der Präsident hatte auch eingestanden, dass er mit seiner Parteinahme in dem Vorwahlkampf ein "großes Risiko" eingegangen sei. Denn wenn Strange scheitere, werde dies auf ihn zurückfallen.