BlackRock warnt vor dem "größten makroökonomischen Sturm seit Jahrzehnten" – Anleger müssten sich auf anhaltende Inflation einstellen

Strategen des US-Vermögensverwalters Blackrock warnen vor anhaltender Inflation und Volatilität an den Märkten. - Copyright: Erik McGregor/LightRocket via Getty Images
Strategen des US-Vermögensverwalters Blackrock warnen vor anhaltender Inflation und Volatilität an den Märkten. - Copyright: Erik McGregor/LightRocket via Getty Images

Die Märkte werden vom größten makroökonomischen Sturm seit Jahrzehnten erschüttert und die Anleger müssen sich auf Volatilität und anhaltende Inflation im Jahr 2023 einstellen, warnen die Strategen von BlackRock. "Die Schocks des letzten Jahres waren extrem und führten zu heftigen Aktien- und Anleiheverkäufen", so die Strategen in einer Notiz vom Dienstag. Sie verwiesen auf Faktoren wie Russlands Krieg gegen die Ukraine, anhaltende Probleme bei der Lieferkette und aggressiv auftretende Zentralbanker angesichts der steigenden Inflation.

Diese Faktoren haben den Aktienmarkt im Jahr 2022 stark belastet, wobei der S&P 500 den größten Verlust seit 2008 verzeichnete. Einige Marktbullen sind optimistisch, dass sich die Märkte erholen werden, wenn sich die Inflation abkühlt und die US-Notenbank ihre Zinserhöhungen zurückfährt. Aber die Aktien haben immer noch mit einem Sturm von makroökonomischem Druck zu kämpfen, warnten die Strategen.

Blackrock-Strategen geben Tipps für das neue Jahr

Unter diesen Bedingungen seien drei Lehren für das neue Jahr zu ziehen: "Erstens: Erweitern Sie den Blickwinkel für mögliche Szenarien und nehmen Sie sich in Acht vor Verhaltensträgheit und anderen Verhaltensmustern", so BlackRock. "Zweitens: Berücksichtigen Sie eine Kompensation für geopolitische Risiken. Drittens: Wir brauchen ein neues Investment Strategiebuch – das zentrale Thema unseres Global Outlook 2023. Das bedeutet häufigere Portfolioänderungen unter den neuen Bedingungen einer größeren Makro- und Marktvolatilität."

Anleger, die darauf hoffen, dass die US-Notenbank Fed ihre Zinserhöhungen zurücknimmt, werden wahrscheinlich ebenfalls enttäuscht werden, da die Zentralbanker nicht eingreifen werden, um Aktien zu stützen.

Inflation wird sich weiter abkühlen – aber in den USA über zwei Prozent bleiben

BlackRock prognostiziert, dass sich die Inflation zwar weiter abkühlen wird, da sich das Ausgabeverhalten normalisiert und die Energiepreise zurückgehen. Trotzdem werde sie in den kommenden Jahren über dem zwei Prozent-Ziel der Fed verharren. "Wir sehen, dass Aktienrallys, die auf der Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen beruhen, im Sande verlaufen. Und warum? Es ist unwahrscheinlich, dass die Zentralbanken bei Rezessionen, die sie selbst verursacht haben, einspringen, um die Inflation auf die Zielvorgaben zu senken", warnte der Bericht.

Die US-Zentralbanker haben die Zinssätze im vergangenen Jahr aggressiv um 425 Basispunkte angehoben, um die Inflation einzudämmen, die sich im November auf 7,1 Prozent abkühlte. Die Fed-Beamten warten auf die Veröffentlichung des November-Arbeitsmarktberichts am Mittwoch, um ihren nächsten geldpolitischen Schritt festzulegen. Aber Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank, hat bereits signalisiert, dass die Zentralbank die Geldpolitik bis 2023 restriktiv halten werde und plane, die Zinsen auf 5,1 Prozent zu erhöhen.

Ein solch hoher Zinssatz könnte die Wirtschaft nach Ansicht von Experten leicht in eine Rezession stürzen. BlackRock hat bereits davor gewarnt, dass eine Rezession schon absehbar sei, auch wenn dies in den Unternehmensgewinnen noch nicht vollständig eingepreist ist.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.