Blackrock setzt auf waffenfreie Anlageprodukte

Schülerprotest in Washington Mitte März

Der weltgrößte Vermögensverwalter, Blackrock, zieht Konsequenzen aus der nach dem Schulmassaker von Parkland entbrannten Debatte über Schusswaffengewalt in den USA. Künftig sollen Aktien des Einzelhandelsriesen Walmart und weiterer Unternehmen mit Schusswaffen in ihrem Sortiment von einigen neuen Anlageprodukten ausgeschlossen werden, wie Blackrock am Donnerstag mitteilte. Zudem will das US-Unternehmen auch bereits existierende Fonds überprüfen.

Blackrock reagiert damit nach eigenen Angaben auf die wachsende Nachfrage von Kunden. Ziel sei, den Anlegern mehr Wahlmöglichkeiten für Produkte zu geben, die Hersteller oder Händler von Schusswaffen ausschließen, erklärte das US-Unternehmen.

Davon betroffen sind bei den neuen Fonds nach Angaben eines Blackrock-Sprechers neben Walmart auch die Handelsunternehmen Dick's Sporting Goods, und Kruger. Ausgeschlossen sind auch die Waffenhersteller American Outdoor Brands, Sturm Ruger & Company, und Vista Outdoor. An diesen drei Unternehmen hält Blackrock große Anteile.

Die neuen waffenfreien Fonds sind Teil eines Blackrock-Portfolios, das sich auf Produkte stützt, die etwa soziale oder Umweltaspekte besonders berücksichtigen. Diese Blackrock-Sparte ist insgesamt rund 2,2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) schwer - in den Dimensionen des Vermögensverwalters ein kleiner Betrag: Insgesamt verwaltet Blackrock Gelder in Höhe von 6,3 Billionen Dollar.

Bereits Anfang März hatte Blackrock erklärt, die "Tragödie" in Florida erfordere das Handeln einer ganzen Reihe von Akteuren sowohl aus dem öffentlichen als auch dem privaten Sektor.

Am 14. Februar hatte in dem südlichen US-Bundesstaat ein 19-Jähriger mit einem halbautomatischen Gewehr das Feuer auf Schüler und Lehrer seiner ehemaligen Schule in Parkland eröffnet und 17 Menschen getötet. Das Massaker löste in den USA eine heftige Debatte über die weite Verbreitung von Schusswaffen und das laxe Waffenrecht aus. Mehrere große Firmen revidierten ihre Position zum privaten Besitz von Schusswaffen. So kündigte etwa Walmart an, künftig keine Schusswaffen mehr an Kunden unter 21 Jahren zu verkaufen.