Black Friday: Jeder zweite Deutsche will auf Schnäppchenjagd gehen – so viel wollen sie laut einer Umfrage ausgeben

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Passantinnen in der Düsseldorfer Innenstadt (Ende November 2020)
Passantinnen in der Düsseldorfer Innenstadt (Ende November 2020)

Die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland will einer Umfrage zufolge am Rabatttag Black Friday (26. November) auf Schnäppchenjagd gehen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel stehen dabei trotz aktueller Lieferprobleme Unterhaltungselektronik, Kleidung und Modeaccessoires, wie aus einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht.

Im Durchschnitt wollen die Schnäppchenjäger demnach in diesem Jahr deutlich mehr ausgeben als im Vorjahr, nämlich 340 Euro (Vorjahr: 205 Euro). Damit übertreffen die Verbraucher in Deutschland in Sachen Ausgabenbereitschaft die Konsumenten in Frankreich (300 Euro), Italien (280 Euro) oder Spanien (260 Euro) erheblich.

Populär bei unter 25-Jährigen

Der Black Friday sei zu einem festen Bestandteil des Shopping-Kalenders in Deutschland geworden, hieß es von den BCG-Experten. Besonders populär ist das Einkaufsevent der Umfrage zufolge bei den unter 25-Jährigen. Für die Älteren spiele er eine nicht ganz so große Rolle. Deutlich mehr Menschen wollen der Umfrage zufolge den Black Friday in diesem Jahr nutzen, um günstig Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

Der Online-Handel dürfte dabei zwar weiter eine wichtige Rolle spielen, aber nicht mehr ganz so dominierend sein wie noch vor einem Jahr. Hatten 2020 noch 57 Prozent der Befragten angegeben, am Black Friday nur online einkaufen zu wollen, so waren es in diesem Jahr 53 Prozent. Der Anteil derjenigen, die sowohl online als auch im klassischen Ladengeschäft auf Schnäppchenjagd gehen wollen, stieg dagegen von 35 auf 41 Prozent. Nur im stationären Einzelhandel zu shoppen, planen nur noch 5 Prozent der Verbraucher.

Für den Online-Einkauf spricht in den Augen der Kunden vor allem die Bequemlichkeit und die Möglichkeit, größere Menschenmengen zu meiden. Fast jeder dritte Online-Käufer klagte allerdings, dass die Lieferung im vergangenen Jahr zu lange gedauert habe. Ein Problem, das in diesem Jahr wegen der aktuellen Lieferengpässe nach Einschätzung von BCG sogar noch an Bedeutung gewinnen könnte.

"Es ist verrückt"

"Es ist verrückt. Wir haben Lieferprobleme bei den begehrten Artikeln, aber gleichzeitig auch pandemiebedingt einen erheblichen Überschuss an Ladenhütern aus der Lockdown-Zeit", beschreibt der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein die Lage.

Für die Händler sei der Black Friday deshalb in diesem Jahr ganz besonders wichtig, meint der Branchenkenner. "Es geht nicht nur um ein bisschen zusätzlichen Umsatz und das Vorziehen des Weihnachtsgeschäfts. Es ist die letzte Chance für den Handel, in der Pandemie angesammelte Überbestände und Altware vielleicht doch noch halbwegs glimpflich abzubauen." Gelinge das nicht, könne die ohnehin im nächsten Jahr zu befürchtende Insolvenzwelle im Handel zusätzlich an Schwung gewinnen.

Christian Wulff von der Unternehmensberatung PwC sieht das ähnlich. "Aufgrund der angespannten Lieferketten kann es in diesem Jahr in einigen Produktkategorien zu Engpässen kommen. Händler sollten sich daher genau überlegen, welche Produkte sie zu Black Friday rabattieren", empfiehlt er.

Für Heinemann deshalb steht fest, dass die Konsumenten in diesem Jahr bei der Schnäppchenjagd zu Kompromissen bereit sein müssen. "Vielleicht muss es angesichts der Lieferengpässe nicht die neueste Playstation, das neuste iPhone oder die neueste Mode sein, sondern es tut auch die Ware aus der letzten Saison", sagt er.

dpa/rwi

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