BKA-Präsident fordert im Kampf gegen Kinderpornos mehr Vorratsdatenspeicherung

Im Kampf gegen Kinderpornografie scheitern Ermittlungen nach Darstellung von BKA-Präsident Holger Münch oft an den Regeln zur Vorratsdatenspeicherung. Im vergangenen Jahr hätten in 8400 Fällen mutmaßliche Täter nicht mehr ermittelt werden können, "weil die Daten dazu nicht mehr gespeichert waren", sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Beim Europäischen Polizeikongress forderten Experten eine bessere internationale Vernetzung im Kampf gegen Kindesmissbrauch.

Münch sagte, gerade aus den USA kämen viele Hinweise. Viele Ermittlungsansätze führten aber nicht ans Ziel, weil es keine Vorratsdatenspeicherung gebe. Wenn die IP-Adresse eines Computers nicht gespeichert werde, könnten die Ermittler mit einer Tatzeit nichts mehr anfangen. Wenn dies das einzige vorhandene Instrument sei, müsse der Fall dann eingestellt werden.

Beim Europäischen Polizeikongress in Berlin forderte der unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, zusammen mit mehreren Mitgliedern des Bündnisses WhiteIT eine bessere internationale Vernetzung von Behörden und Nichtregierungsorganisationen. So solle sexualisierte Gewalt an Kindern besser verhindert werden.

Rörig erklärte, die Innen- und Justizminister müssten mehr Personal, bessere Technik und Ermittlungsbedingungen bereit stellen. Für das seit 2009 gegen Kindesmissbrauch aktive Bündnis WhiteIT forderte Ingo Fock umfassendere Konzepte zum Schutz von Kindern. Wenn wie in dem Freiburger Fall, in dem eine Mutter ihren Sohn an Pädophile verkauft haben soll, der Ermittlungserfolg von Zufällen abhänge, zeige das Mängel der Schutzkonzepte.