Bizarrer Rechtsstreit: Liebe ist keine Zutat

 

Weil eine Bäckerei in den USA auf der Zutatenliste ihres Müslis auch “Liebe” aufführte, hat sich eine staatliche Aufsichtsbehörde eingeschaltet. Sie fordert die Streichung der Zutat, die ihrer Meinung nach keine ist. Und prangert weitere Missstände in der Firma an …

Ziemlich nüchtern und auch ein bisschen spielverderberisch klingt die Abmahnung, die die US-Aufsichtsbehörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) an die Adresse einer Großbäckerei in Massachusetts schickte: “Ihre Marke Nashoba Granola führt die Zutat ‘Liebe’.” Liebe sei aber “kein gewöhnlicher oder üblicher Name für eine Zutat”. Und darum solle die Nashoba Brook Bakery sie auch nicht länger auf der Verpackung des Müslis aufführen.

Der Chef verteidigt die Liebe

Eine Entscheidung, die der Chef der Firma mit 75 Mitarbeitern nicht nachvollziehen kann. Er fühle sich “wie bei George Orwell” oder in einem “Babysitter-Staat”, zitiert “Spiegel Online” John Gates. In seinen Augen überschreitet die Behörde ihre Kompetenzen. Und natürlich bekräftigte er, dass es tatsächlich Liebe sei, die seine Produkte besonders gut mache.

In der Firma herrschen “unhygienische Zustände”

Kann sein, dass der federführende Beamte tatsächlich ziemlich kleinkariert ist. Kann aber auch sein, dass er angesichts der überprüften Firma insgesamt angefressen war. Denn die Kontrolleure der FDA hatten dort ungereinigte Backformen und Backofen vorgefunden und dem Betrieb “unhygienische Zustände” attestiert.

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Das musste denn auch der Firmenchef so hinnehmen und gelobte Besserung. Er versicherte, jedes Jahr 100.000 US-Dollar für Reinigungsarbeiten zu bezahlen und überdies “voll kooperativ” zu sein. Weshalb auch die “Liebe” in seinem Unternehmen erst einmal gestrichen wird.