Bizarre Demontage des WWE-Champions

Martin Hoffmann
Jinder Mahal (l.) bekam bei WWE SmackDown Live eine Abreibung von Randy Orton

War das der Anfang vom Ende für den World Champion von WWE?

Eineinhalb Wochen vor dem SummerSlam, der zweitgrößten Show des Jahres, bestritt Jinder Mahal bei der TV-Show SmackDown Live ein Match, dessen Ende wie ein Vorbote seines angeblich bald anstehenden Titelverlusts wirkte.


Mahal kämpfte gegen Randy Orton, den Mann, dem er im Mai überraschend seinen Gürtel abnahm - und gegen den er ihn dann über Monate hinweg immer wieder unfair verteidigte.

Bei SmackDown Live beschloss nun ein so genanntes "Grudge Match" die Fehde. Und auch wenn es in dem Kampf nicht um den Titel ging, war sein Ende doch so vielsagend wie sein Verlauf bizarr (SPORT1 erklärt: So funktioniert die Showkampf-Liga WWE).


Der Anfang von Mahals Ende?

Mahal traf bei SmackDown Live erstmals ohne Unterstützung von außen auf Orton, die mit ihm verbündeten Singh Brothers waren laut Story verletzt, auch der Great Khali - der ihm auf dem Höhepunkt der Fehde auch noch zu Hilfe gekommen war - war abwesend.

Die Folge dieses Umstands: Orton besiegte Mahal nach rund 12 Minuten klar und deutlich, indem er das Khallas, das Spezialmanöver Mahals auskonterte und seinen RKO zeigte. Hinterher wurde Orton noch von seinem SummerSlam-Gegner Rusev attackiert.

Es ist recht unüblich, dass WWE einen amtierenden Champion derart entzaubert, das Match erschien wie der Beginn der Abwicklung eines gescheiterten Experiments: Kaum noch vorstellbar, dass Mahal sein SummerSlam-Match gegen Shinsuke Nakamura siegreich übersteht. Und kaum noch vorstellbar, dass Mahal hinterher in der Main-Event-Region bleiben wird.

Das Publikum reagiert bizarr

Das Verrückte daran: Obwohl die Story des Matches eigentlich lautete, dass Publikumsliebling Orton sich bei Bösewicht Mahal rächte, drehte ein hörbarer Teil des Publikums im kanadischen Toronto den Spieß um: Es buhte Orton aus, startete am Ende sogar Sprechchöre für Mahal - eine völlig neue Erfahrung für den Oberschurken.

Grund für die ungewohnte Reaktion: Zum einen ist der indischstämmige Mahal Kanadier (wird bei WWE allerdings als Inder dargestellt), zum anderen gilt das WWE-Publikum Toronto generell als "Bizarro-World", es ist für seine Eigenwilligkeit berüchtigt.

Die weiteren Highlights:

- Zu Beginn der Show wurden bisher noch ungesendete Szenen aus der vergangenen Woche gezeigt: Nach Shinsuke Nakamuras Sieg über John Cena hatte Baron Corbin Nakamura attackiert - worauf sich Cena Corbin vornahm und durch einen Tisch schleuderte. Cena und Corbin begegneten sich dann gleich wieder und verstrickten sich in ein Wortgefecht. General Manager Daniel Bryan setzte schließlich ein Match der beiden beim SummerSlam an.


- Die Usos besiegten Sami Zayn und Tye Dillinger mit dem Tequila Sunrise gegen Dillinger. Anschließend rächten sich The New Day für die Attacke der Usos vergangene Woche und gingen auf Jimmy und Jey los.


- SmackDown-Chef Shane McMahon erklärte US Champion AJ Styles und Kevin Owens im Ring die Regeln ihres SummerSlam-Duells, das von McMahon als Ringrichter geleitet wird. Owens zweifelte McMahons Neutralität an: Er erinnerte daran, wie Shanes Vater Vince einst die Legende Bret Hart aufs Kreuz legte ("zu Recht") und spielte auch eine klassische Szene aus dem Jahr 1998 ein, als der junge Shane in seiner Ringrichter-Rolle Steve Austin betrog.


Es kam schließlich zu einem Handgemenge, bei dem Styles Owens seinen Pele Kick verpassen wollte - aber versehentlich McMahon traf.


- Nach Ablauf seiner 30 Tage langen Suspendierung kehrte James Ellsworth zurück und verhalf seiner Gefährtin Carmella gleich wieder zu einem großen Sieg: Er griff unfair in ein Match gegen Damenchampion Naomi ein - bei dem der Titel allerdings nicht auf dem Spiel stand.


Die Ergebnisse von WWE SmackDown Live:

The Usos besiegen Sami Zayn & Tye Dillinger
Charlotte Flair besiegt Lana
Non Title Match: Carmella besiegt Naomi
Non Title Match: Randy Orton besiegt Jinder Mahal