BIZ: Weltwirtschaft trotz Corona-Erholung nicht über den Berg

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BASEL (dpa-AFX) - Die Weltwirtschaft hat den Corona-Einbruch aus Sicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) noch nicht überwunden. "Auch wenn sich die Wirtschaft rascher und stärker erholt hat, als sich das irgendjemand vor einem Jahr hätte vorstellen können, sind wir noch nicht über den Berg", sagte Generaldirektor Augustin Carstens am Dienstag anlässlich der Vorstellung des BIZ-Jahresberichts.

Die Welt sei auf einen Schlag in die Krise gestürzt, der Ausstieg aus der Krise verlaufe jedoch langsam und in Etappen. Die globale Konjunkturerholung sei noch nicht abgeschlossen und verlauf zudem ungleich. Einige Länder und Sektoren erholten sich schneller als andere.

"Die ungleiche Erholung könnte insbesondere aufstrebenden Volkswirtschaften Gegenwind bescheren", erklärte die BIZ. Wie in früheren Etappen, etwa nach der Finanzkrise, könnten die Schwellenländern unter verschärften Finanzierungsbedingungen leiden, wenn sich die fortgeschrittenen Volkswirtschaften schneller erholten.

In ihrem zentralen Konjunkturszenario erwartet die Bank der Notenbanken, wie die BIZ oft genannt wird, einen nur vorübergehenden Anstieg der Inflation. Es sei aber auch denkbar, dass Wachstum und damit die Inflation stärker stiegen, falls Konjunkturhilfen stärker ausfielen und der Abbau angestauter Ersparnisse rascher vonstatten gehe. In einem dritten Szenario könnte das Wachstum hinter den Erwartungen zurückbleiben, weil sich die Eindämmung des Virus als schwierig erweise.

Die BIZ sieht sowohl kurz- als auch langfristige wirtschaftliche Herausforderungen. In der kurzen Frist könnte entweder die bereits erhöhte Inflation weiter steigen oder die wirtschaftliche Erholung enttäuschen. Während ersteres vor allem für die Zentralbanken eine Herausforderung darstellen würde, würde ein schwächeres Wachstum angesichts der bereits hohen Staatsverschuldung in vielen Ländern auch die Finanzpolitik auf die Probe stellen.

Längerfristig sieht die BIZ die Herausforderung, dass sich Geld- und Finanzpolitik wieder Spielraum zur Bekämpfung künftiger Krisen schaffen müssten. "Eine Wirtschaft, die mit geringen Sicherheitsmargen arbeitet, ist anfällig sowohl für unerwartete Ereignisse als auch für zukünftige Rezessionen, die unweigerlich kommen werden", erklärte die BIZ. Die Sicherheitsmargen hätten sich im Laufe der Zeit angesichts der anhaltend lockeren Geldpolitik und der steigenden Staatsschulden verringert. "Sie wieder aufzubauen bedeutet eine allmähliche Normalisierung der Politik."

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