BIZ sieht robusten Aufschwung und mahnt Reformen an

dpa-AFX

BASEL (dpa-AFX) - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht die Weltwirtschaft trotz Risiken weiter auf robustem Wachstumskurs. In dem am Sonntag veröffentlichten Jahresbericht beschrieb die BIZ die kurzfristigen Aussichten als "so gut wie lange nicht mehr". Gleichzeitig richtete die Dachorganisation der Notenbanken mahnende Worte an die Regierungen in den Hauptstädten. Diese sollten "die aktuell günstige Lage nutzen, um die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken".

Als einer der wesentlichen Gründe für den Aufschwung der Weltwirtschaft nannte die BIZ den Konsum. Auch bei den Investitionen der Unternehmen erkannten die BIZ-Ökonomen Anzeichen einer Erholung. Ihrer Einschätzung nach nähert sich das Wachstum dem langfristigen Durchschnitt und die Arbeitslosigkeit geht zurück.

Allerdings gebe es Risiken für den Aufschwung, hieß es im Jahresbericht. Demnach werde die Konjunktur "auf mittlere Sicht" durch einen Anstieg der Inflation bedroht. Die vergleichsweise hohe Schuldenlast könnte außerdem den Konsum dämpfen. Weniger Konsum drohe auch dann, wenn es zu mehr Protektionismus im Welthandel kommen könnte.

Ein weiteres Problem sehen die BIZ-Experten in einem eher schwachen Wachstum der Produktivität. Auch dies könnte die Investitionen der Unternehmen bremsen.

Außerdem erkennt die BIZ nach wie vor eine starke politische Unsicherheit. Diese gehe einher mit einer hohen Verschuldung. Vor diesem Hintergrund werden die einzelnen Zentralbanken bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik vor beispiellose Herausforderungen gestellt. Bei der Eindämmung der Geldflut sieht die BIZ zwar Vorteile bei einer schrittweisen und transparenten Vorgehensweise. Allerdings sei dies kein Allheilmittel.

Noch geht es aber weiter aufwärts mit der Weltwirtschaft. Die BIZ rät den Entscheidungsträgern, international besser zusammenzuarbeiten. "Nur mit diesem Ansatz lassen sich die gemeinsamen Herausforderungen meistern, denen sich die Länder weltweit stellen müssen."