BIZ: Der Aktivist

Uwe Zuehlsdorf von den "Hertha-Junxx"

An Hertha allein liegt es nicht, dass Uwe Zühlsdorf seinen Stammplatz im Olympiastadion nicht mehr hergibt. Sicher, ohne Interesse an Fußball wäre er nicht zum Dauergast in Westend geworden, aber so richtig Fahrt nahm seine Hertha-Passion außerhalb der Arena auf. Beim schwul-lesbischen Straßenfest entdeckte Zühlsdorf 2002 den Stand der Hertha-Junxx, die 2001 den ersten schwul-lesbischen Fanklub des Landes gegründet hatten. Ein Aha-Erlebnis. Sich in der Macho-Zone Fußball-Stadion zu seiner Homosexualität zu bekennen, das gefiel Zühlsdorf.

Der Beamte, damals wohnhaft in Frankfurt (Oder), wurde Mitglied. Seither sind die Besuche im Olympiastadion auch ein Statement. Bei jedem Heimspiel senden die Hertha-Junxx eine klare politische Botschaft. "Fußball ist alles – auch schwul", steht auf dem Banner, das Zühlsdorf & Co. vor Block 31 aufhängen. Für jeden zu sehen, vom Spielfeld aus betrachtet oben links neben der Ostkurve. Auch ihre ­Regenbogenfahne mit Hertha-Logo präsentieren die Hertha-Junxx mit Stolz.

Die Hertha-Junxx waren Vorreiter

"Am Anfang gab es im Stadion mal einen blöden Spruch", erinnert sich Zühlsdorf (48), aber das hat sich gelegt. Von "schwulen Pässen" spricht niemand mehr auf den benachbarten Plätzen, weil die Hertha-Junxx keine Scheu haben, andere darauf hinzuweisen, wenn sie einen diskriminierenden Ton anschlagen. "Homophobe Menschen gibt es überall", sagt Zühlsdorf, der selbst schon lange Spieler und Trainer beim USC Viadrina Frankfurt ist. Die Hertha-Junxx haben S...

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