Bittere Bekenntnisse eines legendären Grid Girls

Bittere Bekenntnisse eines legendären Grid Girls
Bittere Bekenntnisse eines legendären Grid Girls

Seit einigen Jahren gelten sie in der Formel 1 als nicht mehr zeitgemäß und wurden abgeschafft - ihre berühmtesten Vertreterinnen sind jedoch noch heute bekannte Gesichter.

Besondere Berühmtheit als Grid Girl erlangte Ende der Neunziger vor allem das britische Model Katie Price, die mehr als alle anderen mit dem fragwürdigen Wort „Boxenluder“ verbunden ist. Speziell in ihrer Heimat England sind aber auch ihre damaligen Kolleginnen beim Jordan-Rennstall in Erinnerung: Emma Noble und Melinda Messenger. (NEWS: Alles zur Formel 1)

Die frühere Flugbegleiterin Messenger war in den Neunzigern nicht nur optische Zierde des britischen F1-Teams, in dem seinerzeit Ralf Schumacher und Ex-Weltmeister Damon Hill aktiv waren. Messenger war ein omnipräsentes Gesicht in den bunten Blättern Britanniens, auch und vor allem dank ihrer Agentin Yvonne Paul, die auch schon Popstar Samantha Fox als Sexsymbol groß rausgebracht hatte.

Messenger ließ sich wie „Jordan“ Price für die berühmte Seite 3 der Sun erotisch ablichten und hatte später auch zahlreiche Auftritte in TV-Shows wie Fort Boyard und dem englischen Promi-Big-Brother. Nun ist sie wieder in der Schlagzeilen - mit einem Interview, in dem sie auf die dunklen Seiten ihres Sternchen-Ruhms zurückblickt. Auch in der Formel 1.

Von Formel-1-Masseur sexuell belästigt

Ende der Neunziger hatte sie ein traumatisches Erlebnis mit einem Teammitglied des Jordan-Rennstalls, berichtete Messenger der Sun.

„Im Team gab es damals einen Masseur für die Fahrer. Er hat dann auch den Mädchen Massagen angeboten. In meiner Naivität habe ich dann gesagt: ‚Oh, eine Massage wäre echt toll.‘“, erzählt sie.

Ohne genaue Details auszubreiten, macht Messenger klar, dass der Masseur Böses im Sinn hatte, wie sie dann gemerkt hätte: „Ich dachte mir nur: ‚Nein, das ist total falsch.‘ Ich war zum Glück in der Lage, mich da im letzten Moment noch herauszuwinden. Ich habe ihn nicht gemeldet. Ich habe das hinter mir gelassen“, schildert sie.

Nicht nur schöne Erinnerungen ans Grid-Girl- und Model-Leben

Im Lauf ihrer Karriere hätte Messenger viele solche Erfahrungen gemacht: „Es gibt Hunderte von solchen Leute. Wirklich. Hunderte.“

Sie hätte auch nicht immer den Mut gehabt, angemessen zu reagieren, erst mit der Zeit hätte sie dazugelernt: „Ich habe in meinem Leben viele verschiedene Erfahrungen gesammelt, einige gute und einige nicht so sehr. Ich war damals nicht in der Lage, mich selbst ordentlich zu beschützen, hatte Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen, Nein zu sagen. Ich wusste nicht, wie ich mich aus Situationen heraushalte, die potenziell nicht gut enden könnten. Inzwischen weiß ich aber, wie ich auf mich selbst aufpasse.“

Messenger, mittlerweile dreifache Mutter und angehende Psychotherapeutin, blickt mit gemischten Gefühlen auf ihr altes Leben zurück. Die Erinnerung an ihre Zeit in der Promi-Welt - und Date-Angebote auch von Hollywood-Stars wie Tobey Maguire und Val Kilmer - sind nicht nur von weniger schönen Begegnungen getrübt.

Die 51-Jährige sagt heute offen, dass ihre bunten Glamour-Auftritte für sie ein Weg waren, sich von inneren Unsicherheiten abzulenken. Ihr Fokus auf ihr Äußeres sei „eine Maske“ gewesen: „Ich wollte, dass ich mich gut fühle, weil ich mich im Inneren nicht so gefühlt habe.“ Ihr Wunsch „begehrt und geliebt“ zu werden, hätte dazu geführt, dass sie sich „unbewusst selbst ausgebeutet hätte“ - ihrer 18 Jahre alten Tochter würde sie nicht raten, denselben Weg zu gehen.

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