Bitkom beklagt 'Stillstand' beim Thema Digitalisierung in der Politik

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die große Mehrzahl der Unternehmen in Deutschland sieht die Digitalisierung einer Studie zufolge überwiegend als Chance an. "Die Wirtschaft boomt, wir haben noch nie so viele Erwerbstätige wie heute gehabt", sagte Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom am Dienstag auf der Konferenz hub.berlin. In der Politik sehe man derzeit jedoch eher Stillstand. "Chancen muss man nicht nur erkennen, man muss sie auch ergreifen," sagte Berg und mahnte Tempo an. In der Politik sei dazu in den vergangenen Monaten nahezu nichts passiert. "Das Schlagwort Digitalisierung hat man in der letzten Zeit zwar häufig gehört, aber konkrete Lösungen liegen nicht auf dem Tisch." Die Digitalisierung warte jedoch nicht auf Deutschland.

85 Prozent der in der repräsentativen Studie befragten Unternehmen wünschen sich demnach, dass die Digitalisierung zum Top-Thema der künftigen Regierung wird, 53 Prozent meint jedoch, dass der Politik das Verständnis für das Thema fehle. 92 Prozent der Befragten sprach sich dafür aus, dass die Digital-Strategie in der künftigen Regierung an einer zentralen Stelle koordiniert werden müsse.

Trotz der großen Erwartungen in die digitale Transformation sehen dennoch 25 Prozent der Unternehmen durch die Entwicklung die eigene Existenz gefährdet. 60 Prozent sehen sich als digitale Nachzügler, 57 Prozent erleben, dass Wettbewerber aus der Internet- und IT-Branche auf ihren Markt drängen. Der Bitkom fordert deshalb unter anderem eine klare Digitalstrategie, Investitionsbereitschaft sowie eine aktive Rolle der Politik. "Dabei geht es darum, eine Vision für Deutschland zu entwickeln, bevor man in die kleinteilige Ausgestaltung geht", sagte Berg.

Die Konferenz "hub", die der Bitkom mit Unterstützung zahlreicher Partner aus der Industrie in Berlin veranstaltet, versteht sich als Trendkongress und Diskussionsplattform für alle Themen rund um Digitalisierung und disruptive Geschäftsmodelle und führt dafür Unternehmensvorstände, Risikokapitalgeber, Start-ups sowie Vertreter aus der Politik zusammen.