Ist die Bitcoinblase am Mittwoch geplatzt?

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Immer mehr Investoren und Finanzverwalter warnen vor der Möglichkeit, dass Bitcoin in den Bereich einer Blase gekommen ist. Als am Mittwoch der Preis plötzlich fiel, war es daher verlockend darauf zu schließen, dass diese Leute recht hatten.

Bitcoin begann den Handelstag mit 9.908 US-Dollar. Den ganzen Morgen über kletterte es immer höher und erreichte schließlich 11.377 US-Dollar. In den darauffolgenden Stunden fiel es jedoch wieder auf 9.290 US-Dollar. Das ist ein Sturz von 18 %. Am Ende des Tages stand Bitcoin wieder bei 10.230 US-Dollar.

Datenquelle: Coindesk.com. Grafik Autor

Wenn wir die Erholung von Bitcoin ansehen, dann kann man nicht behaupten, dass die Blase geplatzt sei. Schließlich ist der Preis zum ersten Mal über die 10.000 US-Dollargrenze geklettert. Trotzdem wäre es falsch, die Geschehnisse an diesem Tag zu ignorieren. Es wurde gezeigt, dass der Preis von Bitcoin so schnell fallen kann, wie er steigt.

Die Verlockung von Bitcoin

Egal, mit wem du aus der Tech-Szene sprichst, jeder ist von der zugrunde liegenden Blockchaintechnologie begeistert. Dies ist nicht nur wichtig, sondern wertvoll. Ich nenne Blockchain ein sogenanntes verteiltes Hauptbuch (Distributed Ledger).

Dank der Blockchain können Bitcoinnutzer ohne Mittelsmann Zahlungen vornehmen. Wenn du mir Bitcoin „überweisen“ willst, dann brauchst du keine Bank und keinen Zahlungsdienstleister dafür. Du kannst sie mir einfach direkt mittels der Blockchain übertragen, in der die Transaktionen eingetragen sind.

Hier ist eine Erklärung von Marc Andreessen, dem Mitgründer des Venture Capital Fonds Andreessen Horowitz:

Bitcoin gibt uns zum ersten Mal die Möglichkeit, ein unfälschbares Stück digitalen Eigentums an andere Internetnutzer zu übertragen. Der Transfer ist dabei sicher und jeder weiß, dass er stattgefunden hat. Daher kann niemand die Legitimität dieses Transfers anzweifeln. Die Folgen dieses Durchbruchs darf man nicht unterschätzen.

Welche Arten digitalen Eigentums können auf diese Weise transferiert werden? Ich denke dabei an digitale Signaturen, digitale Verträge, digitale Schlüssel (für physische Schlösser oder online Schließfächer), digitales Eigentum von physischen Gegenständen wie Autos und Häuser, digitale Aktien und Anleihen … und digitales Geld.

All diese Dinge würden über ein verteiltes Netzwerk übertragen. Ein zentraler Intermediär wie eine Bank oder ein Broker ist dabei nicht mehr nötig. Dabei kann nur der Inhaber dieses Gutes entscheiden, es zu versenden und nur der beabsichtigte Empfänger kann es empfangen. Dabei ist sichergestellt, dass dieses Gut nur ein einziges Mal existiert. Jeder kann jederzeit die Transaktionen validieren und prüfen, ob ihm das jeweilige Asset gehört.

Ist Bitcoin eine gute Investition?

Trotz dieser Vorteile muss man daran denken, dass Bitcoin selbst nicht unbedingt eine sinnvolle Investition sein muss. Dies ist besonders bei dem hohen Preis der Fall. Dieser ist seit Jahresbeginn um das Zehnfache gestiegen.

Wer einen Blick auf die Kursentwicklung wirft, kann kaum leugnen, dass die Kryptowährung im Bereich einer Blase angekommen ist. Nur wenige Anlageformen steigen so schnell ohne einen zugrunde liegenden Katalysator.

Datenquelle: Coindesk.com. Grafik Autor

Dies könnte heißen, dass Spekulanten den Preis beeinflussen und keine normalen Nutzer der Währung. Und in einem spekulativen Markt kann alles, was gestiegen ist, auch wieder fallen.

Eine Sache, die Bitcoin über die Kante stoßen könnte, ist die Tatsache, dass es keinen Intermediär benötigt. Damit ist es eine hervorragende Möglichkeit, Geld zu waschen. Mit einer Bank ist das praktisch unmöglich.

“Bitcoin ist nur aufgrund seines Potenzials zur Umgehung und der Intransparenz erfolgreich”, behauptet Joseph Stiglitz. Stiglitz ist ein Wirtschaftsprofessor an der Columbia University. Zudem hatte er den  „Wirtschaftsnobelpreis“ gewonnen. „Daher sollte es meiner Meinung nach verboten werden.“

Warren Buffett bläst in dasselbe Horn: “Es ergibt keinen Sinn. Dieses Ding ist nicht reguliert. Es ist nicht unter Kontrolle. Es unterliegt keiner Aufsicht einer Zentralbank. Ich glaube überhaupt nicht an dieses Ding. Ich denke, es wird zusammenbrechen.“

Stigliz stimmt zu: “Es ist eine Blase, die vielen Leuten eine aufregende Zeit beschert, solang sie wächst, und dann zusammenbricht … Wenn die Regierung sagt, Bitcoin wird zur Umgehung von Gesetzen verwendet, dann können sie es jederzeit abschalten. Und dann bricht es zusammen.

Der kurze Absturz am Mittwoch war nicht das Platzen der Blase. Aber es könnte zeigen, wie ein Kollaps aussehen könnte.

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Dieser Artikel wurde von John Maxfield auf Englisch verfasst und am 29.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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