Bitcoin vs. IOTA: Das macht IOTA besser, doch darum ist Bitcoin mehr wert!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Es herrscht blanke Euphorie rund um Kryptowährungen. Beinahe täglich erklimmt Bitcoin derzeit neue Kurssphären. Entsprechend hoch ist vielerorts die Goldgräberstimmung.

Im Schatten der Bitcoin erobert aber ein neuer Name klammheimlich die Bühne: IOTA. Wie Der Aktionär neulich erst feststellte, konnte diese Kryptowährung innerhalb von lediglich drei Tagen 250 % Kursgewinn verbuchen. Das ließ sogar die sonst so sprunghaften Bitcoin durchaus alt aussehen.

Zeit also, für einen ultimativen Vergleich der beiden Krypto-Shooting-Stars. Wer kann mit welchen Vorteilen auftrumpfen? Und wer könnte über kurz oder lang die Nase vorn haben? Finden wir es heraus!

IOTA mit fortschrittlicherem System

IOTA, das vornehmlich für die Abwicklung von Prozessen rund um das Thema Internet of Things (IoT) konzipiert wurde, kann aufgrund seiner relativen Neuheit mit einer fortschrittlicheren Systematik punkten.

Während Bitcoin auf der Blockchain-Technologie basiert, die kontinuierlich die namensgebenden Blöcke im Zahlungsverkehr zu einer langen Kette verknüpft, besitzt das erst im Jahre 2015 kreierte IOTA ein ausgereifteres Konzept. Hier werden mehrere Stränge zur Verarbeitung genutzt, die als Tangle bezeichnet werden. Das soll schnellere Transaktionen bei weniger Rechenleistungen ermöglichen.

Durch dieses technische Novum sollte IOTA Bitcoin in puncto komfortablere Alltagstauglichkeit eine Nasenlänge voraus sein. Das könnte natürlich den Kurssprung der letzten Tage erklären. Aber wieso ist Bitcoin IOTA bei der Marktkapitalisierung dann noch etwas voraus?

Bitcoin besitzt die höhere Marktkapitalisierung

Tja, gute Frage! Laut Angaben von Coingecko beträgt die Marktkapitalisierung von Bitcoin am heutigen Tage (06.12., maßgeblich für alle Kurse) rund 195 Milliarden Euro. IOTA kommt hingegen gerade einmal auf rund 9,5 Milliarden Euro. Diese gravierende Diskrepanz schreit quasi nach einer Erklärung, findest du nicht auch?

Wenn du mich fragst, hängt das ebenfalls mit dem Alter der jeweiligen Token zusammen. Bitcoin, die im Jahre 2009 geschaffen worden ist, kann bereits eine längere Lebensdauer als die 2015 geborene IOTA vorweisen.

Zudem genießt Bitcoin gewissermaßen den Ruf als Krypto-Pionier. Dementsprechend kreist auch ein Großteil sämtlicher Berichterstattung um das Thema Bitcoin, auf die restlichen Token entfällt nur ein vergleichsweise kleiner Teil der medialen Aufmerksamkeit. Daher werden viele, die das Thema streifen und vom Krypto-Wahn ergriffen werden, oftmals direkt bei Bitcoin hängen bleiben. Die Bitcoin ist quasi der Blue Chip unter den Kryptowährungen. Und in Analogie zu Blue-Chip-Aktien genießt Bitcoin als Krypto-Blue-Chip meiner Meinung nach auch die höhere Marktkapitalisierung.

Zusammenfassend…

…können wir nun also festhalten, dass IOTA möglicherweise das interessantere Konzept und die bessere Transaktionsstruktur besitzt, Bitcoin jedoch als Platzhirsch und Vorreiter nach wie vor aufgrund seiner Bekanntheit (noch) die große Nummer im Bereich der digitalen Münzen ist.

Wie es weiter geht, bleibt in meinen Augen vollkommen offen. Grundsätzlich könnten die Neuerungen bei IOTA darauf hindeuten, dass Währungen auf Blockchain-Basis über kurz oder lang dem Tangle weichen müssen. Oder aber es wird sich die Bekanntheit der Bitcoin langfristig als Burggraben herausstellen und andersartige Konzepte früher oder später im Keim ersticken. Oder aber eine riesengroße Krypto-Blase wird platzen und alle Digitalwährungen in die Vergessenheit zurückschießen. Wer weiß.

Interessant ist das Themenfeld allerdings allemal. Warten wir ab, ob und wenn ja welche Währung sich wirklich langfristig behaupten kann. Bitcoin, IOTA, oder gar ein Name, den wir alle noch gar nicht auf dem Schirm haben? Es bleibt spannend.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen.

Motley Fool Deutschland 2017