Bitcoin-System übertrifft Stromverbrauch von 159 Staaten

Die Kryptowährung Bitcoin könnte schon bald den gesamten Strom der Erde benötigen. (Bild: Reuters)

Der rasante Erfolgskurs der Internetwährung Bitcoin hinterlässt seine Spuren: Eine einzige Transaktion verbraucht inzwischen so viel Strom wie ein Kühlschrank im ganzen Jahr. Damit wird das digitale Bezahlsystem zur Umweltbelastung. Schuld daran sind die sogenannten Bitcoin-Miner.

Rund um die Uhr transferieren Menschen Bitcoins über das Bitcoin-Netzwerk. Und weil immer mehr Menschen am Höhenflug der Kryptowährung teilhaben wollen, ist eine immer größere Rechenleistung notwendig, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Laut dem „Bitcoin Energy Consumption Index“ liegt der aktuelle Stromverbrauch der Digitalwährung bei 29,52 Terawattstunden pro Jahr. Das ist ungefähr dieselbe Energiemenge, die in der Slowakei jährlich verbraucht wird.

Zurückzuführen ist der anschwellende Stromverbrauch auf die Bitcoin-Miner. Da es sich bei Bitcoin um eine dezentral organisierte Währung handelt, gibt es kein herkömmliches Bankensystem, das für die Überwachung der Transaktionen zuständig ist. Stattdessen übernehmen die Nutzer die Kontrolle selbst – und müssen dafür die entsprechende Rechenleistung erbringen.

Die Skyline von Peking: Gut die Hälfte aller Miner operiert von China aus. (Bild: AP Photo)

Im Bitcoin-Netzwerk schließen sich User in einem Mining-Pool zusammen, um quasi die Buchhaltung der Kryptowährung zu bewerkstelligen. Alle Transaktionen werden hierfür in einer Liste gesammelt, die man Block nennt. Miner suchen diese Blocks auf, wandeln sie in Hashs um und fügen sie zu einer Blockchain zusammen. Für diese Arbeit erhalten die Miner selbst einen Lohn in Form von Bitcoins. Für viele stellt das ein lukratives Geschäft dar.

Da das Bitcoin-System geschätzt 79 Prozent des gesamten Digitalwährungsmarktes absteckt, ist dementsprechend auch die Umweltbelastung, die von Bitcoin ausgeht, am größten. Weil ein enormer Energieaufwand nötig ist, um das System zu betreiben, sitzen die meisten Miner in Billigstromländern wie China. Die „taz“ berichtet, dass laut dem Hamburger Informatiker Wolf Posdorfer 40 bis 50 Prozent der Miner im Reich der Mitte sitzen.

Mit den rund 29 Terrawattstunden pro Jahr entfallen laut der britischen Webseite „Powercompare“ 0,13 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf das Bitcoin-Netzwerk. Damit überholt die Währung in einer Rangliste 159 Staaten. Düstere Zukunftsprognose: Würden in den kommenden Jahren keine Kraftwerke gebaut, würde das Bitcoin-System laut „Powercompare“ im Juli 2019 die USA in Sachen Stromverbrauch überholen und im Februar 2020 nahezu den gesamten auf der Erde erzeugten Strom benötigen.