Bitcoin-Kurs erholt sich


Auch am Mittwoch ist der Bitcoin-Kurs wieder gestiegen, hat die Kryptowährung sich weiter von ihrem starken Sturz kurz vor Weihnachten erholt. Zuletzt kostete ein Bitcoin 16.088 US-Dollar und somit rund vier Prozent mehr als am Vortrag. Bereits gestern war der Kurs um zehn Prozent gestiegen. Auch Ripple und Ethereum – ebenfalls Digital-Währungen, die wie der Bitcoin auf Blockchain-Basis funktionieren – stiegen im Preis. „Doch wie nachhaltig und gesund die Erholungsbewegung ist, bleibt mit kritischen Augen zu beobachten“, warnte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX.

Erst vergangenen Freitag war der Preis für Bitcoin um bis zu 30 Prozent auf rund 11.200 Dollar abgesackt und verbuchte damit seine schlechteste Woche seit 2013. „Ein Kursverfall solchen Ausmaßes hinterlässt einen faden Beigeschmack“, so Emden.

Am 17. Dezember war der Bitcoin-Kurs noch auf ein Allzeithoch von knapp über 20.000 Dollar gestiegen. Der Kurs hat das ganze Jahr über wiederholt stark geschwankt und damit für reichlich Diskussion in der Finanzwelt gesorgt. Zu Jahresbeginn konnte man einen Bitcoin zum Beispiel noch für weniger als 1.000 Dollar kaufen.


Einen konkreten Auslöser für Ausverkauf hatten Börsianer bei dem jüngsten Kurssturz nicht nennen können. Allerdings haben Notenbanker, Politiker und Aufseher mit teils drastischen Worten vor hohen Verlusten bei Spekulationen mit Bitcoin gewarnt, die besonders Privatanleger in den Ruin treiben könnten. Zudem sorgte der Verdacht auf Insiderhandel beim Cyber-Börsenbetreiber Coinbase für Verunsicherung.

„Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlustes“, sagte der Präsident der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, Felix Hufeld, der „Bild“-Zeitung. Es werde „Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren“ würden. Hufeld rät daher zu höchster Vorsicht. Ein Anleger müsse wissen, „dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann.“ Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kündigte an, seine Behörde müsse „eng am Ball bleiben“, sprach allerdings auch von einer großen Lernaufgabe. „Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-How aufzubauen.“

Erst kürzlich hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Bezeichnung „Digitalwährung“ als irreführend bezeichnet: „Ein Zahlungsmittel sollte ja eine Wertstabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin.“


Der jetzt wieder anziehende Bitcoin-Kurs ermuntert Anleger zum Einstieg bei Unternehmen aus dem Umfeld der Cyber-Devise. Die Aktien der Bitcoin Group, Betreiberin der einzigen deutschen Bitcoin-Börse, stiegen am Mittwoch im Frankfurter Frühhandel um knapp zehn Prozent. Die japanischen Internet-Anbieter GMO und Ceres, die beide auch Bitcoin „schürfen“, gewannen bis zu 13 Prozent. An der Wall Street hatten die Titel von Firmen wie Riot oder LongFin, die sich mit Krypto-Währungen oder der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie beschäftigen, am Dienstag sogar jeweils rund 30 Prozent im Plus geschlossen. Alle diese Aktienwerte waren während des Bitcoin-Kurssturzes vom vergangenen Freitag unter die Räder gekommen.


Das grundlegend große Interesse von Privatanlegern an Bitcoin spürt auch die Börse Stuttgart. Das Handelsvolumen der beiden Vontobel Partizipationszertifikate stieg seit Anfang des Jahres exorbitant, insbesondere in den Monaten November und Dezember. Neben dem gestiegen Handelsvolumen, das auch auf den höheren Bitcoin-Preis zurückzuführen ist, hat sich auch die Anzahl der Kundenorders von 200 im Februar auf knapp 10.000 im Dezember verfünfzigfacht.

Hier geht es zur Seite mit dem Bitcoin-Kurs, hier können Sie aktuelle Wechselkurse berechnen.