Bitcoin-Kurs bricht nach Hackerangriff auf Kryptobörse ein


Ein Hackerangriff auf eine Handelsplattform für Kryptowährungen in Südkorea hat eine Verkaufswelle ausgelöst. Dadurch verloren Kryptowährungen am Montag 46 Milliarden Dollar an Börsenwert. Der Kurs der bekanntesten Digitalwährung Bitcoin sackte zeitweise um 13 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 6650 Dollar ab. Anfang des Jahres hatte ein Bitcoin noch 10.000 Dollar mehr gekostet, somit ist die Währung seitdem im Wert um mehr als 50 Prozent gefallen.

Die südkoreanische Krypto-Börse Coinrail räumte ein, Hacker hätten am Sonntag rund 30 Prozent der gehandelten digitalen Münzen gestohlen. Ein absolutes Volumen nannte der Plattformbetreiber nicht. In Medienberichten wurde der Wert der verlorenen Coins auf 40 Milliarden Won (umgerechnet rund 31 Millionen Euro) beziffert.

Die vergangenen beiden Wochen waren für Bitcoin-Anleger endlich einmal ruhig verlaufen. In den vergangenen Monaten war es in der Kryptowelt jedoch immer wieder zu Diebstählen, Marktmanipulationen und Geldwäsche gekommen. Im Januar etwa hatten Hacker bei einem Angriff auf die japanische Cyber-Börse Coincheck die Kryptowährung Nem im Volumen von 534 Millionen Dollar erbeutet. In der Folge der vielen kriminellen Aktivitäten werden immer wieder Forderungen nach mehr Regulierung laut.


Handelsplätze für digitale Währungen stehen deshalb in großen Volkswirtschaften wie den USA unter zunehmender Beobachtung. So auch in Südkorea, das als Kryptowährungs-Hochburg gilt und wo unter anderem Bithumb sitzt, eine der meistgenutzten Plattformen für Cyberdevisen. In Südkorea hat sich eine Gruppe von 14 Handelsplattformen der Selbstregulierung verpflichtet.

Die nun gehackte Börse Coinrail ist ein kleiner Anbieter und nach Angaben aus Branchenkreisen kein Mitglied der regulierten Gruppe. Durch den Vorfall werde erneut deutlich, wie anfällig kleine Börsenbetreiber mit niedrigeren Sicherheitsstandards für Hackerangriffe sind, sagte Kim Jin Hwa, ein Vertreter der Korea Blockchain Industry Association.



Bitcoin weit vom Rekordstand entfernt

Die ehemals beliebte Kryptowährung Bitcoin leidet massiv unter der aktuellen Lage. Im vergangenen Jahr hatte der Bitcoin eine lange Rally erlebt, die anfangs noch dadurch befeuert wurde, dass einige etablierte und traditionelle Börsenbetreiber Produkte auf den Bitcoin eingeführt hatten, die es auch erlauben, mit fallenden Kursen Geld zu verdienen. Der Bitcoin wurde damit leichter handelbar und ist ein Stück weit stärker an den Finanzmärkten angekommen. Anleger investierten Milliardensummen in den Markt für digitale Währungen.

Doch in diesem Jahr geht es kontinuierlich bergab. Seitdem der Bitcoin im Dezember 2017 seinen höchsten Kurs erreichte, ist dieser um rund zwei Drittel gefallen.


Der neue Hackerangriff tangierte auch andere virtuelle Währungen. Ether, Ripple und Bitcoin Cash verbuchten ebenfalls Kursverluste. Der Gesamtwert der Kryptowährungen rutschte nach Berechnungen von Coinmarketcap.com auf ein Zwei-Monats-Tief von 294 Milliarden Dollar – zum Höhepunkt der Kryptowährung-Manie hatte der Markt ein Volumen von mehr als 800 Milliarden Dollar.

Mit Material von Reuters und Bloomberg.