„Bitcoin Jesus“ gibt Tipps für den „Massen-Exodus“

Nikolas Kessler
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Bitcoin & Co tiefrot – Sinneswandel beim IWF

Der „Bitcoin Jesus“ genannte Krypto-Investor Roger Ver hat im Gespräch mit CNBC Ratschläge gegeben, wie sich Anleger auf einen drohenden Popularitätsverlust des Bitcoins vorbereiten können. Fürsorge oder der nächste Schlag im Streit um den „wahren“ Bitcoin?

Es bestehe das Risiko, dass Bitcoin-Miner ihren Fokus und ihre Rechenpower auf Bitcoin Cash oder andere Kryptowährungen verlagern könnten, so Ver. Deshalb rät er Krypto-Investoren, ihre Bitcoin-Bestände auf Kryptobörsen zu belassen und nicht in andere, sicherere Wallets zu transferieren. Wenn es zum Massen-Exodus komme und alle schnell raus wollen, sei man im Vorteil, weil man seine Bitcoins dann schneller in Bitcoin Cash oder andere Coins umtauschen könne.

„Sind sie dagegen auf dem Smartphone oder dem PC gespeichert, wenn die Panik ausbricht, könnte es schon zu spät sein, bis die Bitcoins aus der Wallet auf eine Börse übertragen sind“, so Ver. Dann bestehe die Gefahr, am Ende mit leeren Händen dazustehen.

Gefahr durch Hacker-Angriffe

Ver sei sich bewusst, dass dieser Ratschlag seiner bisherigen Haltung widerspricht. Denn eigentlich haben Experten und auch er selbst davor gewarnt, größere Beträge auf Kryptobörsen zu lagern. Denn während viele Coins wie der Bitcoin als sicher gelten, können Börsen gehackt und abgeräumt werden. Die Investmentbank Morgan Stanley schätzt, dass bereits Bitcoins im Wert von über 630 Millionen Dollar bei Angriffen auf Kryptobörsen erbeutet wurden.

Lagerbildung in der Krypto-Welt

Ganz ohne Hintergedanken dürfte Vers indirekte Warnung vor einem möglichen Bitcoin-Crash allerdings nicht sein. „Bitcoin Jesus“ ist inzwischen ein glühender Verfechter der Bitcoin-Alternative Bitcoin Cash. Dieser wurde im August per Hard Fork von der Bitcoin-Blockchain abgespalten. Seitdem herrscht Streit darüber, welcher Bitcoin der wahre ist. Erst kürzlich sorgte Ver mit einem Ausraster bei einem Gespräch mit Bitcoin-Verfechter John Carvalho für Aufsehen.

Mehr zu den Krypto-Raketen für 2018 und zum Streit zwischen den Bitcoin-Lagern lesen Sie auch in der neuen Ausgabe (52/2017) des AKTIONÄR – hier geht's zum E-Paper.

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