Bitcoin – eine Anlage für Sie?

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
Trotz des aktuellen Hypes sind Bitcoins nur bedingt als Wertanlage zu empfehlen (Bild: ddp images)

Vor ungefähr eineinhalb Jahren habe ich in diesem Blog schon einmal über Bitcoin und Co. geschrieben. Nun wird es Zeit für ein Update.

Zur Erinnerung: Kryptowährungen sind Währungen, die statt aus einem Stück Papier (Geldschein) oder einer Münze aus einem kryptologischen Schlüssel passend zu einem ebenfalls kryptologisch signierten Guthaben bestehen. So ungefähr schreibt es Wikipedia. Die älteste Kryptowährung ist Bitcoin (2009). Kryptowährungen nutzen dabei die Blockchain-Technologie. Blockchain bedeutet Block-Kette. Eine Blockkette ist ein digitales öffentliches Register, in dem alles Denkbare wie eben auch Transaktionen abgelegt werden kann. Sie können sich das wie ein kollektives Buchführungssystem vorstellen. Der Nutzer muss jeden einzelnen Vorgang bestätigen (signieren). Alle Vorgänge sind in Blöcken zusammengefasst (daher der Name Block-Kette), denn diese sollen die Unverfälschbarkeit sichern.

Alle bisherigen Bitcoin-Transaktionen sind in der Bitcoin-Block-Kette zusammengefasst. Der Block kann wachsen, wenn sogenannte Miner mathematische Rätsel lösen. Diese ergeben dann eine bestimmte Summe Bitcoins, die dann auf dem Markt kommen und die jeder über Bitcoin-Handelsplätze kaufen kann. Die Summe der Bitcoins soll auf 21 Millionen begrenzt werden, derzeit sind um die 16 Millionen verfügbar. Doch wer sagt, dass diese Grenze immer so bleiben wird?

Wenn Sie Bitcoins besitzen, benötigen Sie wie im echten Leben eine Aufbewahrungsstätte, ein Portemonnaie, in der Fachsprache Wallet. Dieses Wallet muss sicher sein – auch wie im echten Leben. Hier sollten sich Anleger mit den verschiedenen Sicherungssystemen gründlich vertraut machen, bevor sie sich für eines entscheiden. Zu bedenken ist hier auch: Verlieren Sie Ihr Zugangspasswort, kommt niemand mehr an dieses Wallet.

Doch die eigentliche Frage ist doch, wie sicher und wie zukunftsweisend sind solche Währungen?

In der Vergangenheit gab es Softwarefehler, Übernahmen von Rechnerleistungen (wo die Währung gespeichert ist) sowie Kursmanipulationen. In die Kritik geraten sind Bitcoin und Co. auch aufgrund der Möglichkeit der Verschleierung von Zahlungsströmen, die Geldwäsche unterstützen kann. Auch einige Erpressungsversuche im Internet, wie mit „Locky“, werden über Bitcoin abgewickelt.

Trotzdem gibt es inzwischen zahlreiche Läden und Online-Portale, die z.B. Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Der Bitcoin-Kurs hat in der Vergangenheit stark geschwankt. Wer sich für Kryptowährungen interessiert, sollte sich der Risiken bewusst sein und die Anlage allenfalls als Beimischung verstehen.

Hinweisen möchte ich auch auf die unseriösen Maschen einiger Kryptowährungen, die über „Pyramidensysteme“ (jeder neue Kunde soll wieder neue Kunden gewinnen und profitiert dann davon) neue Kunden gewinnen möchten. Sie arbeiten mit Versprechungen und Druck, wie mir bereits von einigen Mandanten berichtet wurde. Seriöse Kryptowährungen sind zum Beispiel unter www.coinmarketcap.com gelistet. Wenn die neue Währung hier noch nicht erscheint, befindet sie sich noch in einem absoluten Anfangsstadium. Da brauchen Sie mit Ihrem Geld wirklich nicht dabei sein!

Grundsätzlich ist eine Währung nur so gut, wie das Vertrauen, das die Menschen in sie stecken. Geht dieses verloren, wird sie verfallen. Derzeit gilt aber noch keine der Krypotwährungen als Währung im Sinne der Bankenaufsicht. Von sicheren und geregelten Anlagen ist also keine Rede.

Bleiben Sie wachsam

Ihre

Stefanie Kühn