Bitcoin: Dimon’s Wutrede reine Berechnung?

Marco Bernegg
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Bitcoin: Dimon’s Wutrede reine Berechnung?

Letzte Woche bezeichnete der JP-Morgan-Boss Bitcoin als Betrug und drohte, alle Mitarbeiter zu feuern, die damit handeln würden. Kurze Zeit später wurde die Großbank dabei ertappt, wie sie selbst massiv in die Kryptowährung investierte.

Rückblick

Der Bitcoin-Kurs kam letzte Woche stark unter die Räder. Nach Überschreiten der 5.000-Dollar-Marke rutschte der Kurs zwischenzeitlich um rund 30 Prozent ab. China kündigte an, den unregulierten Handel mit Kryptowährungen und insbesondere ICOs verbieten zu wollen, Nobelpreisträger Robert Shiller äußerte sich kritisch gegenüber dem Hype und allen voran Jamie Dimon – CEO von JP-Morgan – schimpfte auf einer Investorenkonferenz am Dienstag regelrecht auf die digitale Währung.

Kauforder getwittert

Durch einen aufmerksamen Twitter-Nutzer wurde dann bekannt, JP-Morgan habe Freitag selbst in Bitcoin investiert. Die Transaktion ist aus Handelsdaten der schwedischen Nordnet Bank zu entnehmen. Demzufolge kaufte JP-Morgan Bitcoin XTBE in Höhe von drei Millionen Euro. Dies sind börsennotierte Wertpapiere, die den Bitcoin-Kurs nachbilden. Die Großbanken Goldman Sachs und Barclays griffen ebenfalls kräftig zu.

Viele Fragen bleiben offen

Glauben die Banken nun doch an den Erfolg von Bitcoin oder nutzten sie die aktuelle Schwäche nur für kurzfristige Spekulationen? Fest steht, dass die Aussagen von Jamie Dimon schwer mit der neuesten Investition seiner Bank vereinbar sind. Gewinne konnten auf jeden Fall verzeichnet werden, da der Bitcoin wieder auf Erholungskurs ist. Der Handel mit Kryptowährungen verlagert sich von China ins Ausland. Mit über 50 Prozent des weltweiten Handelsvolumens ist Japan damit wieder die Nummer eins.

Nur für Zocker!

Weiterhin bleibt Bitcoin ein hochspekulatives Investment. Die starke Volatilität und ein möglicher Totalverlust sollten berücksichtigt werden.