Bitcoin anstatt Gold? Wo Parallelen bestehen und warum Investoren hier dennoch vorsichtig sein sollten!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Gold ist in diesen Tagen bei Investoren wieder hoch im Kurs. Trotz Rekordhochs bei vielen gängigen Börsenbarometern ist die Nervosität im Markt dennoch spürbar. Der Iran-Konflikt zum Jahresauftakt hat hier auf ein starkes Rückschlagspotenzial hingewiesen.

Doch es existieren auch weitere Absicherungsmechanismen. Neben defensiven und eher unzyklischen Aktien könnten auch gängige Kryptowährungen grundsätzlich einen solchen Zweck erfüllen.

Lass uns heute daher mal einen Foolishen Blick darauf werfen, wo möglicherweise Parallelen liegen. Sowie darauf, weshalb man als Investor bei dieser Art der Absicherung dennoch vergleichsweise vorsichtig sein sollte.

Die Parallelen im Überblick

Grundsätzlich existieren bei Gold und Bitcoin einige wichtige Dinge, die zu einer solchen Einschätzung führen können. Beide gelten schließlich als alternative Anlageformen für vermeintlich zyklischere Aktien, die von Auf- und Abschwüngen erfasst werden können. Zudem bestimmen Angebot und Nachfrage hier den Kurs.

Sollte die Nachfrage nach Aktien daher verschwinden, können solche sicheren Häfen, die wenig mit Aktien zu tun haben, entsprechend stärker nachgefragt sein. Gold gehört bereits seit längerer Zeit dazu, der Bitcoin hat sich hingegen zur Krypto-Leitwährung Nummer eins entwickelt, die zudem gegen das System gehen soll. Gerade in Krisenzeiten könnte eine solche disruptive Systemkritik daher möglicherweise relevanter werden.

Des Weiteren kann der Bitcoin auch lediglich Werte speichern. Auch Gold erfüllt diesen Zweck schließlich in erster Linie und die Kryptowährung könnte hier eine ähnliche Funktion erfüllen.

Zudem hat gerade die Zeit seit Jahresanfang gezeigt, dass sich der Bitcoin auch vom Verhalten als solch sicherer Hafen etablieren würde. Gerade als der Iran-Konflikt zu eskalieren drohte, ist die Kryptowährung schließlich wieder angestiegen. Daraus schlussfolgern einige Investoren eine direkte Korrelation. Durchaus eine gewagte und langfristig wohl noch wenig erprobte Theorie, die diesen Mythos als vermeintlich sicheren Hafen stützen dürfte.

Als Investor sollte man jedoch vorsichtig sein

Nichtsdestoweniger sollte man als Investor hierbei eher vorsichtig sein. Generell sind solche vermeintlich sicheren und zugleich unproduktiven Häfen mit Vorsicht zu genießen. Ein Aspekt, der regelmäßig zur Goldkritik führt, jedoch auch auf den Bitcoin Anwendung findet. Allerdings ist das an dieser Stelle nicht der Kern der Kritik an der Kryptowährung als Save-Haven.

Nein, das, was möglicherweise noch bedenklicher ist, ist die Volatilität des Bitcoin als vermeintlich sicheren Hafen. Alleine in den letzten ca. zweieinhalb Jahren schwankte der Bitcoin-Kurs schließlich zwischen 2.500 Euro und 16.700 Euro. Eine Spanne, die ich als nicht gerade sicheren, sondern eher spekulativen Zufluchtsort beschreiben würde.

Die Volatilität der Kryptowährung ist daher alles andere als geeignet, um hier von Sicherheit zu sprechen. Zumal die Risiken, ja, sogar die Systemrisiken durch Restriktionen zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen können. Auch Gold besitzt zwar gewisse Risiken, jedoch existiert der Rohstoff real und hat zumindest einige Anwendungsbereiche in Technik und Mode. Zwischen diesen beiden sicheren Häfen existieren daher, trotz gewisser Parallelen, viele Diskrepanzen.

Es bleibt deine Entscheidung!

Generell bleibt es natürlich deine Entscheidung, ob du auf sichere Häfen setzen möchtest beziehungsweise welche du dabei für dich als ratsam hältst. Möglicherweise können Gold und der Bitcoin unter bestimmten Blickwinkeln solche Funktionen erfüllen.

Ich bin jedenfalls besonders skeptisch, was die Kryptowährung anbelangt, und generell eher verhalten, was das Potenzial von Gold anbelangt. Produktivere Werte sind mir einfach lieber.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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