Bitcoin-Absturz: Banken blockieren Kauf per Kreditkarte

Immer mehr Geldhäuser in Großbritannien und in den USA schieben dem Erwerb von Bitcoin und anderen Kryptowährungen mittels Kreditkarte einen Riegel vor.

Nach den US-Großbanken JP Morgan Chase und Citigroup hat auch das größte britische Institut Lloyds entsprechende Schritte angekündigt. Kunden sollten davor bewahrt werden, Schulden aufzutürmen, wenn sie virtuelle Währungen auf Kredit erwerben und deren Kurse dann einbrechen, sagte eine Sprecherin.

BITCOIN-AUSVERKAUF

Der Bitcoin-Ausverkauf ging unterdessen weiter. Die Cyber-Devise büßte an der Börse Bitstamp bis zu 7,7 Prozent auf 7.553 Dollar ein. Im Verlauf einer Woche ist der Wert des Bitcoin in der Spitze um etwa ein Drittel eingebrochen. Im vergangenen Herbst hatte das per Computer geschöpfte Zahlungsmittel noch zu einem rasanten Höhenflug angesetzt. Kurz vor Weihnachten hatten Bitcoin noch 20.000 Dollar gekostet. Seither ging es abwärts, Bitcoin-Zocker verloren hunderte Milliarden Dollar.

Zuletzt ist der Kurs auch an die sogenannte 200-Tage-Linie gefallen. Diese Marke spielt in der Charttechnik eine wichtige Rolle und zeigt den langfristigen Trend eines Kurses. Sollte die Digitalwährung diese Marke nicht halten können, rechnen Experten mit weiteren Kursverlusten. Auch bei anderen Digitalwährungen wie zum Beispiel Ripple kam es kurz vor dem Wochenende zu einem massiven Kurseinbruch.

"DIE MUTTER ALLER BLASEN PLATZT JETZT"

«Die Mutter aller Blasen platzt jetzt», kommentierte US-Ökonom Nouriel Roubini die jüngste Kursentwicklung. Seiner Einschätzung nach handelt es sich beim Bitcoin «um die größte Blase in der Geschichte der Menschheit». Sie übertreffe noch die berüchtigte Tulpenblase aus dem 17. Jahrhundert. Roubini hatte sich einen Namen gemacht, als er das Platzen der Immobilienblase in den USA im Jahr 2008 prognostiziert hatte - einer der Auslöser der weltweiten Finanzkrise.

ZÜGEL FÜR KRYPTOWÄHRUNGEN

Weltweit wollen immer mehr Politiker und Aufsichtsbehörden den Handel mit Kryptowährungen zügeln. So kündigte beispielsweise Südkorea eine strenge Regulierung an. Zeitweise war dort sogar über ein komplettes Verbot des Handels nachgedacht worden. China und geht bereits jetzt sehr restriktiv vor. Erst vor wenigen Tagen kritisierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angesichts der enormen Kursschwankungen Kryptowährungen als Wettspiele. Für Unsicherheit unter Investoren sorgten zuletzt aber auch die jüngsten Hacker-Angriffe. So erbeuteten vergangene Woche Diebe bei einer japanischen Kryptobörse rund eine halbe Milliarde Dollar. Nur die russische Notenbank schwimmt gegen den Strom: Sie will in Zukunft das sehr energie-intensive Schürfen („mining“) von Kryptowährungen zulassen.

Sigrid Ulrich mit Reuters