Bis zur 10. Klasse: Frankreich verbietet Handys an Schulen

In Frankreichs Schulen sind Handys ab Herbst verboten – auch während der Pausen. Die neue Regelung gilt für Schüler bis zur 10. Klasse.

Frankreichs Regierung erhofft sich dadurch weniger Cybermobbing und „Bildschirm-Abhängigkeit“. Die Opposition bezeichnet das neue Gesetz als Luftnummer und PR-Aktion. Schon jetzt seien Handys an den meisten Schulen untersagt – zumindest während des Unterrichts. In der Stadt Bourges ist das seit vergangenem September der Fall.

"Die Schüler sind heute aufmerksamer"

Fabrice Cayrol ist Erdkundelehrer in Bourges. Er spürt, dass sich etwas verändert hat: „Die Schüler sind heute aufmerksamer als zuvor, als sie noch ständig aufs Handy schauten.“

Die Schüler sehen das anders. „Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen letztem und diesem Schuljahr“, sagt ein Junge in Cayrols Klasse. Sein Nebensitzer stimmt ihm zu. Er glaube nicht, dass man sich ohne Handy in der Schule besser konzentrieren könne.

93 Prozent der Schüler besitzen ein Handy

Neun von zehn Kindern zwischen 12 und 17 Jahren besitzen in Frankreich ein Smartphone. Verstoßen Schüler gegen das neue Verbot, haben Lehrer künftig das Recht, die Handys abzunehmen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine landesweite Regelung zur Handynutzung an Schulen.